„Fast eine Sauerei“
Sängerin Natalie Holzner wettert gegen Schlagershows
26.08.2026 – 18:38 UhrLesedauer: 2 Min.
Kurzfristig abgesagte Auftritte von Künstlern sorgen bei Fans oft für Frust. Schlagersängerin Natalie Holzner erklärt, wer dahintersteckt und findet deutliche Worte.
Schlagerstar Natalie Holzner kritisiert die Praxis von TV-Sendern. Wie die Sängerin in einem Interview mit „Schlager.de“ geäußert hat, würden Künstler per Vertragsklausel kurzfristig aus bereits gebuchten Live-Auftritten herausgelöst. Im Interview mit „Schlager.de“ nannte sie das Vorgehen mancher Sender „fast eine Sauerei“. Das Problem liege nicht bei den Künstlern selbst, sondern bei den Sendern, die Zusagen oft bis zuletzt hinauszögerten.
Grundlage für solche Absagen ist die sogenannte Fernsehklausel, die in vielen Künstlerverträgen verankert ist. Sie erlaubt es Sendern, bereits zugesagte Live-Auftritte zugunsten einer TV-Produktion zu streichen. Holzner sieht die Musiker dabei in einer Zwangslage: „Ich find‘ jetzt nicht, dass die Künstler da wirklich eine Wahl haben, weil jeder muss irgendwie auf sich schauen und schauen, dass er weiterkommt.“
Laut Holzner liegt die Verantwortung an anderer Stelle: „Es ist da eher […] ein Problem von den Fernsehsendungen, dass die dich so lange hinhalten.“ Die Sängerin kennt den Druck aus eigener Erfahrung. Einmal standen bei ihr die TV-Show „Starnacht aus der Wachau“ und ein bereits gebuchter Liveauftritt am selben Tag im Kalender. „Das war der irre Stress für mich als Künstlerin“, erinnerte sie sich.
- Schlagerstars auf Abruf: Eine TV-Klausel verärgert Fans
Das Problem, den Spagart zwischen Liveauftritten und TV-Shows zu schaffen, zeigte sich auch am 8. August bei der „Schlagernacht der Stars“ in Wiesmoor. Ursprünglich angekündigte Künstler wie Kerstin Ott, Vincent Gross und Tim Peters hatten ihre Teilnahme vorab kurzfristig abgesagt, da sie stattdessen in der zeitgleich aufgezeichneten „Giovanni Zarrella Show“ auftreten sollten.

„Der liebe Zarrella meinte es noch besser mit uns“
Veranstalter Dennis Athen von Mein Lieblings Event GmbH äußerte sich bei t-online verärgert über die wiederholten Konflikte mit TV-Produktionen, die seine Veranstaltungen beeinträchtigen: „Letztes Jahr war es nur Vincent Gross, dann sind wir extra ein Wochenende nach vorne gerutscht, um es zu vermeiden. Aber der liebe Zarrella meinte es noch besser mit uns dieses Mal.“
Auch Schlagerstar Ella Endlich äußerte sich im Gespräch mit t-online über den hohen Stellenwert von TV-Auftritten in der Schlagerbranche: „Es gibt weniger Schlagershows als früher, die Budgets der Fernsehanstalten für den Bereich Unterhaltung werden kleiner und entsprechend begehrt sind die wenigen TV-Auftritte.“













