Brantner: Koçaks Erklärungen sind „wenig glaubwürdig“
Grünen-Politikerin Mihalic gibt sich mit Blick auf Erklärungen „nicht überzeugt“. Sie fühle sich als Bürgerin dieses Landes nicht ernst genommen, fügte sie hinzu. Das Vorgehen Koçaks nannte sie „so ein bisschen Salami-Taktik“. Es reiche nicht, dass die Linke jetzt sage, Koçaks habe doch alles erklärt und damit sei alles gut. „Es ist nichts gut“, betonte die Grüne.
Auch Parteichefin Brantner bezeichnete die aktuelle Situation als „inakzeptabel“. Es reiche nicht aus, Antisemitismus lediglich zu bedauern, die Linke müsse auf allen Ebenen für Klarheit sorgen. „Heidi Reichinnek ist hier in der Verantwortung für ihre Bundestagsfraktion und sollte endlich die entsprechenden Konsequenzen ziehen“, forderte Brantner. „Denn Ferat Koçaks Erklärungen zu seiner Teilnahme bei Veranstaltungen, bei denen Terror verherrlicht, das Existenzrecht Israels infrage gestellt und Antisemitismus verbreitet wird, sowie zu seinen Kontakten zur organisierten Kriminalität in Berlin sind wenig glaubwürdig.“
Koçak hatte der „Zeit“ gesagt, er habe mit Firas Remmo Kontakt gehabt, weil dieser ein Handy habe spenden wollen. Koçak hatte zuvor einen Aufruf gestartet, nachdem die Polizei Jugendlichen aus einer Antifa-Gruppe Handys abgenommen hatte. Er habe das Handy abholen wollen und habe eine Adresse genannt bekommen, die sich als Büro von Clan-Chef Issa Remmo herausstellte, sagte Koçak. Während er Firas Remmo nicht erkannt habe, habe er dann allerdings den Vater erkannt. Er beschrieb das in der „Zeit“ als „überfordernde Situation“.
Issa Remmo habe ihn für seine Arbeit gelobt, er habe nach 10 bis 15 Minuten das Gespräch „respektvoll“ beendet, so Koçaks Schilderung weiter. Später war er demnach von der Familie noch zu einer Hochzeit eingeladen worden, die er allerdings mit Verweis auf Krankheit ausschlug. Koçak legte dazu seine Kommunikation mit Remmo auf Instagram und Whatsapp offen.
Affäre Koçak auch Belastung für Regierungsbildung in Berlin
Der „Zeit“-Journalist weist allerdings darauf hin, dass es nicht nachzuvollziehen sei, ob diese Kommunikation vollständig sei und ob Koçak womöglich Nachrichten gelöscht habe. Auf die Frage, weshalb er Remmo nicht klargemacht habe, dass er sich als Politiker von der Familie distanziere und natürlich nicht an der Hochzeit teilnehmen könne, entgegnete der Linken-Politiker, dass eine Einladung zu einer Hochzeit eine „Ehre“ sei. Wenn man „zu konfrontativ reingehen würde“, sei das „respektlos“.














