Konzernumbau
Porsche schließt Milliarden-Deal
Aktualisiert am 25.08.2026 – 12:55 UhrLesedauer: 3 Min.
Der Sportwagenbauer Porsche steckt in der Krise und baut radikal um. Nun folgt der nächste Schritt: ein Milliarden-Pakt für Künstliche Intelligenz mit Indien.
Der Sportwagenbauer Porsche geht eine auf fünf Jahre angelegte Partnerschaft mit dem indischen IT-Konzern Tata Consultancy Services (TCS) ein, um Künstliche Intelligenz (KI) breit in seinem Geschäft einzusetzen. Die Vereinbarung hat einen Wert von 1,25 Milliarden Euro. Als Teil desselben Geschäfts verkauft Porsche zudem seine Management- und IT-Beratung MHP an TCS. Das teilten beide Unternehmen mit.
Für Porsche-Chef Michael Leiters ist der Verkauf „ein weiterer wichtiger Schritt“ seiner Strategie, sich konsequent auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Der Unternehmenswert von MHP wird mit 320 Millionen Euro angegeben.
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Was die KI-Partnerschaft Porsche bringt
Die Zusammenarbeit soll Künstliche Intelligenz in vier zentrale Bereiche von Porsche bringen: Entwicklung, Fertigung, Betrieb und Kundenerlebnis. Ziel sei es, die digitale Transformation des Autobauers voranzutreiben. TCS will dafür ein eigenes Kompetenzzentrum für Porsche einrichten.
Für Porsche hat das einen handfesten wirtschaftlichen Hintergrund: Statt teure Digitalkompetenz mühsam im eigenen Haus aufzubauen, verschafft sich der Konzern über TCS Zugriff auf einen großen Pool an KI-Spezialisten – und wandelt zugleich fixe Kosten in variable um. Ein typischer Schachzug für einen Hersteller, der schrumpfen will, ohne Fähigkeiten zu verlieren.
4.500 Mitarbeiter wechseln zu TCS
Für die Belegschaft der Beratungssparte ist die Nachricht besonders relevant: Alle rund 4.500 MHP-Beschäftigten sollen mit dem Abschluss der Transaktion zu TCS übergehen. Das Beratungshaus mit Sitz in Ludwigsburg soll unter der bisherigen Marke eigenständig weitergeführt werden. Porsche bleibt Kunde – nur eben nicht mehr Eigentümer.
MHP war seit 1998 mit Porsche verbunden, vor gut zweieinhalb Jahren erfolgte die vollständige Übernahme. Das Haus berät rund 300 Kunden aus der Auto- und Fertigungsindustrie sowie aus Luft- und Raumfahrt, Energie, Verteidigung und dem öffentlichen Sektor. Der Umsatz ist zuletzt allerdings gesunken: von 830 Millionen Euro im Jahr 2024 auf rund 742 Millionen Euro im Jahr 2025.
Es handelt sich um einen reinen Barkauf, abgewickelt über eine Tochtergesellschaft von TCS. Die Behörden müssen der vollständigen Übernahme noch zustimmen; beide Partner erwarten den Abschluss in drei bis vier Monaten.
Warum ausgerechnet ein indischer Konzern zugreift
Für TCS, Teil des indischen Mischkonzerns Tata Group, ist der Zukauf strategisch: Der Konzern stärkt damit seine Präsenz in Europa und im deutschen Automarkt – ein Terrain, auf dem indische IT-Firmen bislang schwerer Fuß fassten als in den USA. Mit MHP kommen 300 Industriekunden und eine etablierte europäische Präsenz hinzu, mit Porsche zudem ein Prestige-Referenzkunde. Der Deal reiht sich in einen breiteren Trend ein: Indische IT-Konzerne kaufen europäische Beratungen, um näher an ihren Kunden zu sein.













