„Verdächtige Umstände“
Polizei riegelt Umspannwerk in Niedersachsen ab
Aktualisiert am 04.09.2026 – 11:09 UhrLesedauer: 3 Min.
Polizisten rücken zum Großeinsatz aus – schon wieder an einem Umspannwerk. Dieses Mal in Niedersachsen.
Im niedersächsischen Ganderkesee hat die Polizei am Freitagmorgen das Umspannwerk weiträumig abgesperrt. Die Beamten rückten zum Großeinsatz aus. Ein Hubschrauber drehte Berichten zufolge am Morgen Runden über dem Areal.
Zum Grund des Einsatzes hieß es zunächst bloß, es gebe „verdächtige Umstände“. Antenne Niedersachsen zitierte eine Polizeisprecherin, es habe eine „Feststellung“ gegeben, „die eine polizeiliche Überprüfung nach sich zieht“. Später gab es Entwarnung: In der Nacht sei nur ein offener Schaltschrank festgestellt worden, teilten die Beamten mit. Aufgrund der „besonderen Bedeutung“ der Anlage sei das Gelände sofort „umfassend überprüft“ worden. Beschädigungen seien dabei ebensowenig entdeckt worden wie auf dem Gelände befindliche Menschen.
- Polizei prüft Bekennerschreiben: Sabotage-Versuch an Umspannwerk in NRW
Zuletzt waren mehrere Umspannwerke in Deutschland in kurzer Zeit attackiert worden. In Südbrandenburg schossen unbekannte Saboteure am Dienstagmorgen selbstgebaute Flugkörper nahe dem Kraftwerk Jänschwalde ab. Die mit leitfähigem Material ausgestatteten Flugkörper, die Silvesterraketen ähnelten, wurden auf Höchstspannungsleitungen abgefeuert. Mehr als ein Dutzend Vorrichtungen hierfür wurden gefunden. Zu einem Stromausfall kam es laut Netzbetreiber aber nicht.

Als Nächstes beförderte jemand am Umspannwerk im nordrhein-westfälischen Bergheim Kabel über die Oberleitung, wodurch es zu einem Kurzschluss kam. Im Nachhinein wurden mehrere Abschussvorrichtungen entdeckt.
Am Donnerstagabend entdeckte dann ein Spaziergänger am Umspannwerk in Dormagen, ebenfalls in Nordrhein-Westfalen, einen verdächtigen Gegenstand, bei dem es sich laut Polizei ebenfalls um eine Abschussvorrichtung handeln könnte. Nach Angaben der „Bild“-Zeitung wurden Abschussvorrichtungen für selbstgebaute Raketen entdeckt. An den Bausätzen sollen demnach Zeitschaltuhren und Kupferdrähte befestigt gewesen sein.
Bekennerschreiben aufgetaucht: Mann bezichtigt sich als Einzeltäter
Die „taz“ berichtete am Donnerstagabend, sie habe ein Bekennerschreiben zu dem Vorfall in Brandenburg erhalten, das laut Poststempel in Nordrhein-Westfalen abgeschickt wurde. Nach Angaben der Zeitung stellt sich der Absender als Einzeltäter dar, der die verwendeten Selbstbauraketen im Detail beschreibt. Er habe als Motiv „unermessliches Leid“ genannt, das die Nutzung fossiler Brennstoffe verursache.















