Leser über Pflichtdienst-Idee für Rentner
„Dann breche ich meine Zelte hier ab“
Aktualisiert am 31.08.2025 – 16:51 UhrLesedauer: 3 Min.
Sollte es ein soziales Pflichtjahr für Rentner geben? Die Idee des DIW-Chefs Marcel Fratzscher erzürnt viele, findet bei manchen aber auch Anklang.
Nachdem Marcel Fratzscher schon vor ein paar Wochen mit dem Vorschlag für einen sogenannten Boomer-Soli Aufsehen erregt hatte, äußerte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) kürzlich eine weitere Idee, die nun kontrovers diskutiert wird: ein soziales Jahr für Rentner.
Bei den meisten Lesern, die sich in Zuschriften an t-online dazu äußerten, kommt der Vorstoß nicht gut an. In den Hunderten Mails, die die Redaktion erreichten, ist stellenweise aber auch Zuspruch zu lesen.
So zum Beispiel von Hans Dubb, der schreibt: „Ich kann mir ein soziales Jahr vorstellen. Ich bin zwar schon 78 Jahre alte, aber körperlich und geistig noch fit.“
Nicht bereit wäre hingegen Heinz-Willi Reinard: „Ich habe fast 46 Jahre ohne Unterbrechung gearbeitet und bin dem Sozialsystem noch nie zur Last gefallen. Sollte das so kommen, wie Fratzscher das vorschlägt, breche ich meine Zelte hier ab.“
„Ich würde mich gerne einbringen“, verrät Brigitte Weidenbacher. „Ich bin jetzt 69 Jahre alt und fühle mich fit genug, um der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Bei einem solchen Wahnsinn, wie wir ihn derzeit vonseiten Russlands erleben müssen, würde ich sogar meinen Beitrag in der Bundeswehr leisten.“
Herbert Ahmann kündigt an: „Ich würde mich einem solchen Dienst verweigern und sogar dagegen vor Gericht angehen. Als Grund würde ich anführen, dass ich bereits 15 Monate Grundwehrdienst absolvierte und damit genug für die Gesellschaft leistete.“
„Ich finde den Vorschlag sehr gut“, mailt Charlotte von Trümbach-Koppenburg. „Die gerade in Rente gegangenen Rentner sind in der Regel noch sehr fit und können viel. Da liegt unendlich viel Wissen und Können brach. Zudem wäre ein Dienstjahr für die Gesundheit der Rentner bestimmt sehr förderlich und viele würde es ermutigen, nach dem Dienstjahr aktiv zu bleiben.“
Elke Helms sagt: „Wer 45 Jahre schwere körperliche Arbeit geleistet hat, ist ausgelaugt und hat oftmals Probleme mit dem Rücken und den Gelenken. Da geht nichts mehr mit Sozialdienst. Wir haben genug junge und gesunde Menschen im Bürgergeld. Die sollen zuerst ihren Beitrag für die Gesellschaft leisten.“














