Gilt als Nichtraucher
Wie konnte Papst Leo an Lungenkrebs erkranken?
14.10.2026 – 12:16 UhrLesedauer: 2 Min.
Papst Leo ist an Lungenkrebs erkrankt, obwohl er wohl nicht raucht. Bei ihm scheinen andere Einflüsse zur Entstehung des Tumors beigetragen zu haben. Welche bekannt sind.
Bei Papst Leo ist ein bösartiger Lungentumor operativ entfernt worden. Laut dem medizinischen Bericht habe es sich um ein sogenanntes Lungenadenokarzinom gehandelt, berichtet „Vatican News“.
Ein Adenokarzinom der Lunge entwickelt sich aus schleimproduzierenden Drüsenzellen und ist die häufigste Form von Lungenkrebs. Der wichtigste Risikofaktor für seine Entstehung ist – wie bei Lungenkrebs allgemein – Rauchen. Papst Leo ist allerdings als Nichtraucher bekannt. Was könnte bei ihm zu der Erkrankung geführt haben?
Lungenkrebs trifft auch Nichtraucher
An Lungenkrebs können auch Menschen erkranken, die nie geraucht haben: Bei etwa einem von zehn Männern und zwei von zehn Frauen mit Lungenkrebs ist Rauchen nicht die Ursache. Vor allem Adenokarzinome treten häufig bei Nichtrauchern auf.
Bei ihnen stecken andere Faktoren hinter der Erkrankung. Zu den wichtigsten weiteren Risikofaktoren für Lungenkrebs gehören:
- das Passivrauchen, also das Einatmen von Tabakrauch anderer Menschen
- Exposition mit Radon, einem radioaktiven Gas, das natürlicherweise im Boden vorkommt. In schlecht isolierten Häusern kann es in Wohnräume (vor allem in Kellern und Souterrains) gelangen und sich dort anreichern. Atmen Menschen über längere Zeit viel Radon ein, erhöht sich ihr Risiko für Lungenkrebs
- Luftverschmutzung, insbesondere durch Feinstaub. Dabei spielen sowohl Schadstoffe in der Außenluft als auch Belastungen in Innenräumen eine Rolle, etwa durch die Verbrennung von Kohle oder anderen Brennstoffen.
- der Kontakt mit bestimmten Schadstoffen am Arbeitsplatz, etwa Asbest, Quarzstaub, Arsen, Chrom und Nickel sowie Dieselabgase
- bestimmte Vorerkrankungen der Lunge, etwa eine Lungenfibrose
- die genetische Veranlagung
Könnte der Krebs erblich bedingt sein?
Welcher dieser Faktoren im Fall von Papst Leo zur Entstehung des Tumors beigetragen haben könnte, ist nicht bekannt. Eine genetische Veranlagung lässt sich nicht ausschließen: In der Familie des Papstes ist ein weiterer Krebsfall bekannt.
Papst Leos älterer Bruder Louis Prevost leidet an einem sogenannten multiplen Myelom, wie der US-Sender CBS News unter Berufung auf dessen Ehefrau Deborah berichtet. Dabei handelt es sich um eine Krebserkrankung der Plasmazellen, die zum Immunsystem gehören. Louis Prevost werde derzeit im Rahmen einer klinischen Studie behandelt.
Studien zeigen, dass Menschen, deren nahe Angehörige an Lungenkrebs erkrankt sind, selbst ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben können. Ob es einen Zusammenhang zwischen den Erkrankungen der beiden Brüder gibt, ist allerdings fraglich.
Denn bei einem multiplen Myelom handelt es sich um eine andere Krebsart als bei einem Lungenadenokarzinom. Allein aus der Erkrankung des Bruders lässt sich daher nicht auf eine erbliche Ursache für den Lungenkrebs des Papstes schließen.
Klar ist: Auch bei Menschen ohne erkennbare Risikofaktoren kann sich ein Lungenadenokarzinom entwickeln. Die genaue Ursache lässt sich im Einzelfall häufig nicht feststellen.














