Nervenschmerz
Stromschlagartige Schmerzen im Bein – was kann das sein?
Aktualisiert am 21.07.2026 – 13:34 UhrLesedauer: 3 Min.
Treten stromschlagartige Schmerzen im Bein auf, liegt das eigentliche Problem meist woanders. Erfahren Sie hier, was dahinterstecken kann.
Schmerzen im Bein können viele Ursachen haben. Mal sind sie recht offensichtlich (wie bei Muskelschmerzen nach ungewohntem Sport oder Überlastung), mal lassen sie sich nur mit speziellen Untersuchungen abklären (etwa wenn ein Blutgerinnsel eine Vene im Bein verstopft hat). Was die Diagnose zusätzlich erschweren kann, ist, dass Beinschmerzen nicht immer vom Bein selbst ausgehen. Hierauf können stromschlagartige Schmerzen hinweisen.
Stromschlagartige Schmerzen durch geschädigte Nerven
Wenn sich Schmerzen wie Stromschläge anfühlen, handelt es sich üblicherweise um Nervenschmerzen, die auf geschädigte Nervenfasern hindeuten. Stromschlagartige Schmerzen im Bein sind also kein Warnsignal für Haut-, Muskel- oder sonstige Gewebeschäden im Bereich des Beines, sondern haben ihren Ursprung im Nerv selbst.
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Der Fachbegriff für Nervenschmerzen lautet neuropathische Schmerzen. Diese Schmerzform ist unter anderem typisch für die Post-Zoster-Neuralgie (eine häufige Komplikation nach Gürtelrose), die Trigeminusneuralgie (vom 5. Hirnnerv ausgehende Gesichtsschmerzen), die diabetische Neuropathie (Nervenschäden durch Diabetes), die Neuroborreliose und die Polyneuropathie.
Nervenschmerzen machen sich individuell unterschiedlich bemerkbar. Betroffene beschreiben sie häufig als anfallartig auftretende, einschießende, brennende, ziehende und/oder stromschlagartige Schmerzen, die Sekunden andauern. Einige verspüren auch ein fortgesetztes schmerzhaftes Brennen. Daneben führt die ursächliche Nervenschädigung oft zu:
- anhaltenden Missempfindungen (wie Kribbeln oder Taubheitsgefühl) und
- Schmerzüberempfindlichkeit: Dann genügen schon schwache Reize (wie sanfter Druck, leichtes Piksen mit einer stumpfen Nadel oder Hautkontakt mit kalten oder warmen Gegenständen), um Schmerzen auszulösen.
Eine weitere Besonderheit von Nervenschmerzen ist, dass sie sich entlang des geschädigten Nervs ausbreiten können. Daher sind sie häufig an ganz anderen Stellen zu spüren als dort, wo sich die Nervenschädigung befindet. So kommen beispielsweise stromschlagartige Schmerzen im Bein meist vom Rücken.
Stromschlagartige Schmerzen im Bein durch Rückenprobleme
Stromschlagartige Schmerzen im Bein sind ein typisches Anzeichen dafür, dass eine oder mehrere Nervenwurzeln im Bereich der unteren Wirbelsäule gereizt oder geschädigt sind. Für solche Nervenwurzelerkrankungen kommen verschiedene Ursachen infrage, darunter:
- Bandscheibenvorfälle
- durch Verschleiß bedingte Knochenveränderungen
- ein verengter Wirbelkanal (Spinalkanalstenose)
- gut- oder bösartige Tumoren an der Wirbelsäule
- Entzündungen
- Infektionen
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Fachleute bezeichnen Nervenwurzelerkrankungen als Radikulopathien und die damit verbundenen Nervenschmerzen als radikuläre Schmerzen.















