Dank einfacher Maßnahmen
So erzielen Krebsbehandlungen bessere Ergebnisse
21.07.2026 – 07:08 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Nebenwirkungen einer Krebstherapie sind oft sehr belastend. Eine Studie zeigt nun, wie sich das Befinden der Betroffenen deutlich verbessern lässt.
Wer während einer Krebsbehandlung einmal pro Woche eine elektronische Rückmeldung zu seiner gesundheitlichen Verfassung gibt und Beschwerden direkt an das Behandlungsteam meldet, profitiert offenbar deutlich: Das hat eine in der medizinischen Fachzeitschrift „JCO Oncology Practice“ veröffentlichte US-Studie ergeben. Danach konnte die regelmäßige Erfassung von Symptomen die Lebensqualität und die körperliche Leistungsfähigkeit von Menschen mit fortgeschrittenem Krebs stark verbessern.
Symptomüberwachung aus der Ferne
Zu den häufigen Nebenwirkungen einer Krebstherapie zählen unter anderem Müdigkeit und Erschöpfung, Schmerzen, Übelkeit, Infektionen im Mund oder Haarausfall. Viele solcher Beschwerden lassen sich jedoch gut behandeln – und je eher das geschieht, desto besser für die Betroffenen. Ein Forschungsteam in den USA wollte daher untersuchen, inwieweit die Fernüberwachung von Symptomen dabei helfen kann.
An der Studie nahmen 1.191 Erwachsene mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen aus 52 onkologischen Kliniken in den USA teil. Eine Hälfte bildete die Vergleichs- beziehungsweise Kontrollgruppe: Sie erhielt die übliche Behandlung. Die andere Hälfte beantwortete zusätzlich einmal pro Woche einen kurzen Fragebogen zu ihren Beschwerden.
Die Angaben konnten die teilnehmenden Personen bequem online per Smartphone oder Computer oder auch telefonisch über ein automatisiertes Sprachsystem übermitteln. Meldeten sie starke oder zunehmende Beschwerden, erhielt das Behandlungsteam automatisch eine Benachrichtigung und konnte rasch reagieren.
Mehr Lebensqualität, weniger Notfälle
Bereits nach drei Monaten zeigten die wöchentlichen Rückmeldungen deutliche Auswirkungen: Dank ihrer waren belastende Beschwerden besser unter Kontrolle und die körperliche Funktionsfähigkeit höher als in der Vergleichsgruppe. Gleichzeitig ließen sich Besuche in der Notaufnahme häufiger vermeiden oder hinauszögern. Das dürfte nicht nur die Betroffenen entlasten, sondern auch ihre Angehörigen.
Besonders große Vorteile für benachteiligte Gruppen
Den größten Nutzen brachten die Rückmeldungen denjenigen, deren Zugang zur Gesundheitsversorgung in den USA häufig erschwert war, darunter Schwarze Menschen sowie Personen mit geringerem Bildungsniveau. Während die Einführung neuer Technologien oftmals dazu führt, dass benachteiligte Gruppen auf der Strecke bleiben, ist hier also offenbar das Gegenteil der Fall: Anstatt Ungleichheiten zu vergrößern, fördert das elektronische Rückmeldesystem die gesundheitliche Chancengleichheit.
Einfacher Baustein für eine bessere Krebsversorgung
Das Forschungsteam sieht in der regelmäßigen elektronischen Erfassung von Symptomen eine einfache und praxistaugliche Möglichkeit, Kommunikationshürden abzubauen und so die Krebsbehandlung zu verbessern. Damit könnte die flächendeckende Einführung solcher Systeme dazu beitragen, die Versorgung gerechter zu machen und die Behandlungsergebnisse vieler Krebspatientinnen und -patienten zu verbessern.














