Das Schrottwunder einer Rocklegende
Promi-Rennwagen jagt Millionenrekord
11.08.2026 – 16:20 UhrLesedauer: 2 Min.
Dieser McLaren überlebte Le Mans, zwei Unfälle und 25 Jahre bei Nick Mason. Nun wird er versteigert.
Ein Werksprototyp des McLaren F1 GTR kommt zurück auf den Markt. Das Fahrzeug diente als Testwagen, verunfallte zweimal und stand ein Vierteljahrhundert lang in der Garage von Pink-Floyd-Schlagzeuger Nick Mason. Nun versteigert RM Sotheby’s das scharlachrote Auto in Monterey.
Nur neun Exemplare gebaut
Die Auktion könnte mit einem Rekordergebnis enden, denn der McLaren ist ein seltenes Stück Renngeschichte. Weltweit entstanden von dieser Modellreihe nur neun Exemplare. Der McLaren mit der Chassisnummer 10R ist dementsprechend kein steriles Sammlerstück, sondern ein echter, kompromissloser Rennwagen.

Während sein Schwestermodell 1995 sensationell das 24-Stunden-Rennen von Le Mans gewann, diente dieser Prototyp als Basis für die nächste Generation der Saison 1996. Es ist das einzige der neun gebauten Fahrzeuge, das bis heute seine scharlachrote Werkslackierung mit den markanten gelben Applikationen trägt.

Pink Floyd: Pioniere des Monumental-Rock
Die 1965 in London gegründete Band prägte den Progressive Rock. Mit Konzeptalben wie „The Dark Side of the Moon“ (1973) brachen sie Verkaufsrekorde. Mit über 250 Millionen verkauften Tonträgern zählt die Band bis heute zu den einflussreichsten Musikprojekten des 20. Jahrhunderts.
Für den neuen Einsatz bauten die Ingenieure den Sportwagen grundlegend um: Sie verlängerten Front und Heck, formten einen schärferen Spoiler und gossen das Getriebegehäuse aus leichtem Magnesium. Damit sparte der Wagen 38 Kilogramm Gewicht und bot mehr Abtrieb als der Le-Mans-Sieger des Vorjahres.

Rennsport auf dem Prüfstand
Bevor der McLaren in private Hände überging, trieben ihn Profis an die Grenze. Formel-1-Pilot JJ Lehto testete den Prototyp im Winter auf einer Rennstrecke in Frankreich, bevor das Auto im April 1996 einen harten zwölfstündigen Dauertest absolvierte.
Drei Wochen später steuerte David Brabham den Wagen beim Training in Le Mans. Er erreichte für seinen Rennstall den achten Platz. Erst im eigentlichen Hauptrennen stieg das Team auf ein anderes Auto um – und der Prototyp stand für sein zweites, völlig überraschendes Leben abseits der Rennstrecke bereit.

Ein Schlagzeuger lädt ein
Einmal im Jahr öffnet Mason sein Anwesen Middlewick House für das Publikum. Die Besucher besichtigen die Parkanlagen und Masons Rennwagen. Mittlerweile kommen über 15.000 Gäste. Seit 2013 brachte die Benefizschau mehr als 1,2 Millionen Pfund ein.
Vom Rennkurs auf die Landstraße
Nach den offiziellen Werkstests rüstete McLaren den reinen Rennwagen für die Straße um. Mit regulärer Zulassung kaufte Nick Mason den Wagen im Jahr 1999 direkt vom Werk. Mason, der als einer der bedeutendsten Sammler klassischer Rennwagen gilt und berühmte Modelle wie den Ferrari 250 GTO besitzt, schonte das Auto nicht, sondern nutzte es regelmäßig im Alltag. Da der Rockstar seine Autos zudem großzügig mit der Fachwelt teilte, durften auch andere ans Steuer – was prompt schiefging.












