Verbraucherschützer warnen
Achtung beim Autokauf: Dieser Trick kostet Sie Tausende Euro
11.08.2026 – 16:24 UhrLesedauer: 2 Min.
Wer einen Kredit beim Händler unterschreibt, zahlt oft jahrelang für versteckte Extras. Die Verbraucherzentrale warnt vor diesem Trick.
Autohändler nutzen die Vorfreude ihrer Kunden beim Autokauf oft gezielt aus. Die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt warnt nun vor einer verbreiteten Masche mit versteckten Zusatzkosten bei Autokrediten. Beim Abschluss eines Kredits verkaufen Autohändler oft teure Versicherungspakete mit und schlagen die Beiträge direkt auf die Kreditsumme auf. Die bittere Folge für die Käufer: Sie zahlen über die Jahre auch auf diese teuren Versicherungsprämien hohe Zinsen.
Ein realer Fall aus der Beratungspraxis der Verbraucherschützer zeigt, wie teuer diese Falle zuschnappt: Ein junger Mann finanzierte seinen Gebrauchtwagen über einen Händlerkredit. Der Vertrag enthielt zwei Versicherungspakete, die nicht deutlich gekennzeichnet waren. Die Einmalbeiträge summierten sich auf mehr als 5.400 Euro und erhöhten den eigentlichen Kreditbetrag auf einen Schlag um rund ein Viertel.
Teurer Doppelschutz statt echter Hilfe
Dabei sind diese Policen oft völlig überflüssig. Die sogenannte Kaufpreisversicherung soll im Falle eines Totalschadens oder Diebstahls die Lücke zwischen dem aktuellen Zeitwert und dem ursprünglichen Kaufpreis schließen. Doch das ist oft unnötig. Die Verbraucherzentrale verweist auf reguläre Kaskoversicherungen mit Neuwert- oder Kaufpreisentschädigung. Diese regulären Leistungen decken in vielen Fällen genau das Gleiche ab – nur eben viel günstiger.
Zusätzlich verkaufen die Händler gerne eine Werkstatt- und Reparaturkostenabsicherung mit. Das klingt verlockend, erweist sich bei genauem Hinsehen aber oft als wenig vorteilhaft: Die Police verspricht eine Beteiligung von höchstens 1.000 Euro pro Jahr ab 1.500 Euro Werkstattkosten. Hinzu kommen vermeintliche Extras wie ein Reifen-Schutzbrief oder Hilfe bei Kennzeichenverlust. Was die Händler den Käufern nicht mitteilen: Käufer haben gegenüber dem Verkäufer ohnehin gesetzliche Gewährleistungsansprüche von mindestens einem Jahr.
So schützen Sie sich
Als sichere und günstigere Alternative nennt die Verbraucherzentrale Absicherungen beispielsweise über Automobilclubs. Die Experten raten dringend dazu, Kreditaufstellungen beim Autokauf Zeile für Zeile gründlich durchzulesen. Sobald im Kleingedruckten Begriffe wie „Ratenschutz“, „Kaufpreisschutz“ oder „Reparaturkostenversicherung“ auftauchen, sollten Käufer misstrauisch werden.












