Sinkende Erkrankungszahlen
Neue Krebsprävention zeigt erste Erfolge
21.08.2026 – 13:28 UhrLesedauer: 2 Min.
2020 wurde die Vorsorge bei Gebärmutterhalskrebs umgestellt. Die ersten Auswertungen fallen ermutigend aus, wie aktuelle Daten zeigen.
Das 2020 neu gestaltete Gebärmutterhalsscreening zeigt erste Erfolge. Bundesweite Krebsregisterdaten zeigen, dass Vorstufen von Adenokarzinomen des Gebärmutterhalses deutlich früher erkannt werden. Gemeint sind damit veränderte, abnorme Zellen im Drüsengewebe des Gebärmutterhalskanals, die noch kein Krebs sind, sich ohne Behandlung aber zu Krebs entwickeln können.
Gleichzeitig deuten die Daten auf einen Rückgang von Gebärmutterhalskrebserkrankungen bei Frauen ab 35 Jahren hin, wie nun der Deutsche Krebsregister e.V. (DKR) berichtet.
Adenokarzinome machen rund ein Fünftel aller Gebärmutterhalskrebserkrankungen aus. Allein mit dem sogenannten Pap-Test – einem Zellabstrich – sind diese Tumorvorstufen jedoch schwierig zu erkennen. Auch deshalb sanken die Erkrankungszahlen lange Zeit nicht.
Umstellung der Vorsorge
Im Jahr 2020 wurde die Gebärmutterhalskrebsvorsorge jedoch umgestellt. Statt eines jährlichen Pap-Tests findet nun für Frauen ab dem 35. Lebensjahr alle drei Jahre ein kombinierter Test statt. Dieser besteht aus dem Pap-Test und einem zusätzlichen HPV-Test. Auch für diesen wird wie beim Pap-Test ein Abstrich vom Muttermund genommen. Der Vorteil: Der HPV-Test erkennt die Infektion oft schon Jahre, bevor sich die Zellen überhaupt verändern, schlägt also deutlich früher Alarm.
Vor 2020 wurde ein HPV-Test von der gesetzlichen Krankenversicherung nur gezahlt, wenn der Pap-Test Auffälligkeiten aufwies. Lagen diese nicht vor, musste er als sogenannte IGeL-Leistung (individuelle Gesundheitsleistung) aus eigener Tasche gezahlt werden.
Erinnerung alle fünf Jahre
Seit 2020 werden Frauen ab dem 20. Lebensjahr zudem alle fünf Jahre von den Krankenkassen persönlich angeschrieben und an das Früherkennungsprogramm erinnert. Die Schreiben gelten jedoch nur als Erinnerungshilfe, sie sind keine Voraussetzung für die Nutzung des Früherkennungsprogramms.
Neues Screening zeigt Erfolge
Das neue Programm zeigt nun sichtbare Erfolge. So wurden bei Frauen zwischen 35 und 64 Jahren seit Einführung des kombinierten Testverfahrens deutlich häufiger Adenokarzinome festgestellt. Die Zahl der Krebserkrankungen geht derweil seit 2021 zurück. Auch bei Frauen über 65 Jahren wurden mehr Vorstufen registriert – bei ihnen verzeichneten die Forscher ebenfalls einen leichten Rückgang von Krebserkrankungen.
Gleichzeitig weisen die Forscher darauf hin, dass die langfristige Wirkung des neuen Screeningverfahrens noch nicht bewertet werden könne. Hierfür benötige es in den kommenden Jahren weitere Auswertungen von Krebsregisterdaten.














