September 8, 2026 3:12 p.m. CEST

2,49 statt 2,99 Euro

Diese Schokolade ist die Mogelpackung des Monats


Aktualisiert am 08.09.2026 – 13:29 UhrLesedauer: 2 Min.

Neue Verpackung bei Romy-Schokolade: „Neuer Look, gleicher Genuss“, heißt es. Auch der Preis ist neu, bezogen auf den Grundpreis steigt er. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/brand news)

Eine bekannte Schokolade bekommt eine modernere Verpackung und kostet im Supermarkt sogar weniger als zuvor. Trotzdem müssen Verbraucher für Romy jetzt tiefer in die Tasche greifen.

Wer beim Einkauf nur auf den Preis schaut, dürfte zunächst keinen Grund zum Ärgern sehen. Die Romy Milchschokolade mit Kokos-Kakao-Creme kostet im Supermarkt meist nur noch 2,49 Euro statt zuvor 2,99 Euro. Der Haken: Gleichzeitig hat Hersteller Hosta GmbH Co. KG die Menge deutlich reduziert.

Statt 200 Gramm stecken nur noch 150 Gramm Schokolade in der Packung. Das entspricht einem Rückgang um 25 Prozent. Bezogen auf den Grundpreis ergibt sich dadurch trotz des niedrigeren Verkaufspreises eine versteckte Preiserhöhung von rund elf Prozent, berichtet die Verbraucherzentrale Hamburg und kürt die Romy-Schokolade zur „Mogelpackung des Monats“.

Links die Romy-Schokolade in ihrer alten Form, rechts neu. Das Gewicht der Tafel ist um 50 Gramm gesunken. Die Verbraucherschützer werfen Hosta eine versteckte Preiserhöhung vor. (Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg)
  • Fast die Hälfte weniger: Multipack von Milky Way ist Mogelpackung des Monats
  • Enttarnt: Preis von M&M’s hat sich mehr als verdoppelt

Verpackung bleibt nahezu gleich groß

Besonders kritisch sehen die Verbraucherschützer, dass sich das Format der Verpackung kaum verändert hat. Hosta verkauft die kleinere Tafel weiterhin in einer quadratischen Packung gleicher Größe. Lediglich die Gestaltung erscheint nun in neuen Farben.

Auf der Vorderseite steht zudem: „Neuer Look, gleicher Genuss“. Einen deutlichen Hinweis darauf, dass die Packung jetzt ein Viertel weniger Schokolade enthält, liefert dieser Satz nicht.

Im Video | Darum wird Schokolade immer teurer – trotz sinkender Kakaopreise

Player wird geladen

Die Verbraucherschützer forderten Hosta zu einer Stellungnahme auf. In ihrer Antwort erklärt die Firma, dass „die kleinere Tafel stärker den heutigen Konsumgewohnheiten“ entspreche. Zusätzlich verweist Hosta auf in den vergangenen Jahren erheblich gestiegene Rohstoffkosten hin, auch wenn sich die Marktlage wieder entspannt hätte.

„Aus unserer Sicht greift diese Begründung zu kurz. Die Preise für Rohkakao sind inzwischen im Durchschnitt wieder auf ein Niveau gefallen, das etwa dem von Ende 2023 entspricht. Zwischenzeitlich lagen die Preise sogar deutlich niedriger“, so die Verbraucherzentrale Hamburg.

  • Aufgedeckt: Landliebe schummelt beim Schokopudding
Kritisch sieht die Verbraucherzentrale mehrere Werbeaussagen auf der neuen Verpackung. Auf der Rückseite heißt es unter anderem: „Moderner Look, schlankere 150 g Tafel – aber alles, was Romy ausmacht, bleibt erhalten: Kokosgenuss ohne Kompromisse.“ In Wirklichkeit ist der Kakaoanteil gesunken. (Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg )

Ist das wirklich Schokolade?

Die Verbraucherschützer bemängeln zudem die Zutaten. Bei der Romy Schokolade wird demnach ein Teil der Kakaobutter durch andere pflanzliche Fette wie beispielsweise Sheabutter ersetzt. Das sei bereits bei der „alten“ Variante der Fall gewesen und könne die Herstellungskosten reduzieren. Nach der Kakaoverordnung dürfen bestimmte pflanzliche Fette bis zu einem Anteil von maximal fünf Prozent am Gesamtprodukt zugesetzt werden, so die Verbraucherzentrale. „Bei Schokolade ist dies in Deutschland allerdings sehr unüblich.“ Der Mindestkakaoanteil im Milchschokoladenanteil sei außerdem laut Kennzeichnung von 35 auf 31 Prozent gesunken.

Aktie.
Die mobile Version verlassen