Nach Vergabe-Streit
Neue Brauereien auf der Wiesn? Was die Stadt plant
28.10.2026 – 18:31 UhrLesedauer: 2 Min.
Medienberichten zufolge arbeitet der Münchner Stadtrat an neuen Zulassungskriterien für die Wiesn. Welche Details bislang bekannt sind.
Drei große Fraktionen im Münchner Stadtrat haben einen Antrag vorbereitet, der die Präsenz neuer Brauereien auf dem Oktoberfest ermöglichen soll. Das berichtete „tz.de“ am Dienstag (27. Oktober). Dem Bericht zufolge arbeiten Grüne, SPD und CSU gemeinsam daran, die Zulassungskriterien für die Wiesn neu zu regeln.
Das Wirtschaftsreferat solle ein Konzept entwickeln, nach welchen Bedingungen neue Münchner Brauereien zugelassen werden könnten. Die bisherige Formulierung in den Betriebsvorschriften solle durch klare, rechtssichere Kriterien ersetzt werden.
Neue Wiesn-Regeln? Das sagt die Stadt
Auf Nachrage der Münchner Lokalredaktion von t-online erklärte eine Sprecherin des für die Wiesn zuständigen Referats für Arbeit und Wirtschaft (RAW), dass die Stadtverwaltung „derzeit die Kriterien zur Zulassung von Brauereien auf dem Oktoberfest“ überprüfe. Dabei nimmt die Sprecherin Bezug auf die „vergangenen gerichtlichen Verfahren“. Vermutlich sind damit diverse Klagen des ehemaligen Wirts Alexander Egger gemeint.
Egger ging im Vergabeprozess leer aus und sah darin eine unfaire Vergabepraxis. Nach mehreren Verfahren, darunter vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof, wurden die Beschwerden von Egger abgelehnt; er kündigte allerdings an, vor den Europäischen Gerichtshof (EuGh) zu ziehen.
Nun also soll offenbar ein neues Konzept verhindern, dass es erneut zu langwierigen Streitigkeiten vor Gericht kommt. Die Ergebnisse sollen, so die RAW-Sprecherin, zunächst den Mitgliedern des Oktoberfest-Arbeitskreises vorgestellt werden. Haben sich diese abgestimmt, wird anschließend der Stadtrat über die Kriterien entscheiden.
Vergabepraxis: Noch keine Details zu Kriterien
Details zum Konzept sind bislang noch nicht bekannt. Eine der größten Hürden dürfte sicherlich sein, als neue Brauerei auf dem größten Volksfest der Welt auszuschenken. Seit 1952 sind ausschließlich die großen Münchner Brauereien vertreten: Augustiner, Spaten, Hacker-Pschorr, Löwenbräu, Paulaner und Hofbräu. Die „tz“ berichtet, dass auch die Zulassung für neue Festzelte sowie Festwirte geprüft werden solle. Offenbar solle damit verhindert werden, dass sich künftig Wirte oder Brauereien auf die Wiesn „einklagen“.
Neue Bewerber haben laut der „tz“ allerdings hohe Hürden vor sich: Nachgewiesen werden müsse unter anderem, ein Zelt mit vergleichbarem Bierausstoß zuverlässig beliefern zu können. Auch Engagement für Münchner Tradition und Brauchtum solle verpflichtend werden.
Beim RAW nachgefragt, wird auf Kriterien verwiesen, die man vor Jahrzehnten bereits eingeführt hatte: Eine Brauerei müsste demnach „leistungsstark“ und „bewährt“ sein, heißt es. Damit wolle man sicherstellen, dass sie „den einzigartigen Herausforderungen des weltweit größten Volksfestes wirklich gewachsen ist“, so die RAW-Sprecherin.
