Fall Maria Köhler nach 41 Jahren geklärt
„Das ist ein Gänsehaut-Moment“
16.09.2025 – 16:15 UhrLesedauer: 3 Min.
41 Jahre lang tappten die Ermittler bei der Suche nach Maria Köhlers mutmaßlichem Mörder im Dunkeln. Jetzt gelingt der Durchbruch. Ein Cold-Case-Ermittler enthüllt Details.
Im Gespräch mit t-online betont der Ermittler Jörg Albert von der bayerischen Altfall-Einheit die Dimension des Falls: „Das ist einer unserer herausragendsten Fälle“, so Albert. Der Tatverdächtige war am Freitag von der Türkei nach Deutschland ausgeliefert worden. Bei den Polizisten, die ihn in Empfang nahmen, gab er dann das Geständnis ab. „Er hat gesagt, dass er Maria getötet hat“, so Albert. „Das ist ein Gänsehaut-Moment.“
Die Ermittlungen waren langwierig. Schon kurz nach der Tat legten sich die Ermittler auf Nazmi G. fest, den damaligen Partner Köhlers. Der Verdacht: Als Maria sich von G. trennte, soll G. eifersüchtig geworden sein. In ihrem Zimmer in einem Aschaffenburger Wohnheim soll er sie mit einem Schal erdrosselt haben. Doch jahrzehntelang blieb eine Frage offen: Wo hält sich der heute 66-jährige Mann auf?
„Wir haben uns immer weiter vorgearbeitet“, schildert Ermittler Albert im Gespräch mit t-online, ohne zu viele Details verraten zu wollen. Klar ist: Der Durchbruch gelang im April dieses Jahres, wenige Tage nach einem Aufruf in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“. Mit dem Auftritt habe man Unruhe in der Familie und bei Verwandten des Verdächtigen auslösen wollen. Am 13. April, vier Tage, nachdem Maria Köhler ihren 60. Geburtstag gefeiert hätte, gab es Gewissheit: „Wir wussten, wo er sich aufhält, wie er lebt“, so Albert. Wenig später nahmen türkische Behörden Nazmi G. fest, laut „Bild“ nahe der türkisch-syrischen Grenze.
Dabei waren die deutschen Ermittler dem mutmaßlichen Mörder lange Jahre näher, als sie sich hätten vorstellen können. Nazmi G. hatte sich zwar kurz nach der Tat in die Türkei abgesetzt, war aber 1998, etwa 14 Jahre später, erneut nach Deutschland eingereist. „Wir waren perplex, total überrascht“, erzählt Altfall-Ermittler Jörg Albert. Jahrelang lebte G. unter einer falschen Identität in Aschaffenburg, bevor er sich 2014 wieder in die Türkei absetzte.
