Ermittlungen gegen „Tigerkönigin“
Tiger-Attacke in Sachsen: Senior stirbt in Klinik
Aktualisiert am 14.07.2026 – 12:43 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Tiger entkommt aus einer privaten Tierhaltung und greift einen Senior an. Wochen später folgt eine Mitteilung aus dem Krankenhaus.
Zwei Monate nach einer Attacke durch einen entlaufenen Tiger in Sachsen ist ein 72-Jähriger an seinen Verletzungen gestorben. Der Senior starb am Donnerstag, wie die Staatsanwaltschaft Leipzig bekannt gab. Die Leiche des Mannes soll nun obduziert werden. Das Opfer war nach dem Angriff mit schweren Verletzungen in eine Klinik gebracht worden.
Das Raubtier war am 17. Mai auf dem Gelände der bekannten Tiger-Dompteurin Carmen Zander ausgebrochen und hatte den 72-Jährigen, der als Tierpfleger für die Artistin arbeitete, attackiert. Zander selbst wurde bei dem Vorfall nicht verletzt. Der Tiger wurde kurz darauf von der Polizei erschossen.
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Gegen Zander, die auch als „Tigerkönigin“ bekannt ist und auf ihrer Webseite regelmäßige „Tigerstreichel“-Events anbietet, leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ein. Nach dem Vorfall hatte sie beteuert: „Ich habe nichts falsch gemacht. Meine Helfer sind zu 100 Prozent instruiert. Ich verstehe nicht, was hier passiert ist.“
Tiger-Dompteurin Carmen Zander beschwert sich über Behörden
Zander hatte auf dem Gelände nahe der Autobahn 9 in einem Gewerbegebiet in Dölzig, einem Ortsteil der Stadt Schkeuditz, mehrere Tiger gehalten. Anderthalb Monate nach der Attacke rückten die Behörden zu einem größeren Einsatz aus und ließen sechs Tiere abtransportieren. Zur Begründung wurden Tierschutzbelange genannt: Das Areal sei für die Anzahl der Tiger zu klein gewesen. Zwei Tiere durften bleiben – für sie sei der Platz ausreichend.
Zander selbst nannte den Einsatz auf ihrer Webseite ein „tierschutzwidriges Verbrechen“. Und weiter: „Innerhalb weniger Stunden wurde mein Leben auseinandergerissen. Sechs meiner Tiger wurden aus ihrer vertrauten Umgebung gerissen und von mir getrennt.“
Das Landratsamt und die Dompteurin hatten bereits seit 2024 Streit wegen der Tigerhaltung. Sie sei wiederholt angewiesen worden, die Haltungsbedingungen zu verbessern. „Die komplexe Rechtslage, die gleichzeitig Aspekte des Tierwohls, des Artenschutzes und des Eigentums berührt, machte die Durchsetzung der Forderungen jedoch zu einem langwierigen Prozess“, teilte das Landratsamt mit. Ende Juni sei die Frist zur Umsetzung der Vorgaben ausgelaufen.
