Nach dem Abstieg 2016 und der damals drohenden Insolvenz auferlegte sich der Verein selbst klare Regeln – unter anderem, dass die Spieler größtenteils aus der Region oder zumindest aus Skandinavien stammen sollen. „Zehn, elf Spieler waren von Anfang an dabei und sind den kompletten Weg mit uns gegangen. Das ist etwas Besonderes“, sagt Thomassen. Er verweist stolz darauf, dass darüber hinaus vier Spieler aus dem aktuellen Kader den Sprung aus dem eigenen Nachwuchs in die Stammformation der Profis geschafft haben.
Im gesamten Verein, von der Jugend bis zu den Profis, wird nach dem gleichen System gespielt. Diese Spielidee prägt vor allem Kjetil Knutsen, seit 2018 Cheftrainer von Bodø/Glimt.
„Unser Klub ist gesund für den modernen Fußball“
Diese Konstanz zahlte sich in den vergangenen Jahren in zahlreichen Erfolgen aus. 2020 gewann der Klub erstmals die norwegische Meisterschaft und holte den Titel auch 2021, 2023 und 2024. In der Saison 2024/25 schaffte es Bodø/Glimt in der Europa League bis ins Halbfinale. Im vergangenen Jahr dann unter die besten 16 Teams der Königsklasse.
„Das ist auch eine Inspiration für andere Klubs“, glaubt Thomassen. Mehr noch: „Und ich denke, es ist gesund für den modernen Fußball, dass ein Klub wie der unsere dazu in der Lage ist, am Donnerstagabend hier in der Allianz Arena auflaufen zu können.“
Der moderne Fußball habe sich in den vergangenen Jahrzehnten schließlich zunehmend kommerzialisiert. Gerade in diesem Kontext sei es „ein gutes Zeichen, ein Verein zu sein, der quasi aus dem Nichts entwickelt wurde“, so Thomassen. „Wir haben keinen privaten Besitzer, sind eine rein ehrenamtliche Organisation. Deshalb sind wir wirklich ein besonderer Klub.“
„Das ist eine tolle Geschichte für den Fußball“
Das sieht auch Bayern-Chefcoach Vincent Kompany so. „Bodø/Glimt ist eine tolle Geschichte für den Fußball“, sagte er am Mittwoch bei seiner Abschlusspressekonferenz über den Auftaktgegner der Münchner. „Je mehr man sie analysiert, desto mehr merkt man, dass es alles einen Sinn ergibt. Jeder Spieler kann viel laufen, jeder Spieler will verteidigen und pressen. Sie haben eine klare Idee, die Spieler gehen diese Idee klar mit.“ Es sei „schwierig, das zu implementieren, da geht es auch um die Transfers“, so Kompany weiter. „Mit dem Geld, das sie zur Verfügung haben, sollte man eigentlich nicht mit den Topteams mithalten, aber sie machen es – das ist das größte Kompliment, das man machen kann.“















