Klaus-Michael Kühne ist tot
Der Milliardär und die Grünen
Aktualisiert am 24.08.2026 – 16:03 UhrLesedauer: 3 Min.
Der Milliardär Klaus-Michael Kühne äußerte sich wiederholt zur deutschen Politik. Einst konnte er sich Robert Habeck als Kanzler vorstellen, später distanzierte er sich von ihm.
Der Logistik-Multimilliardär Klaus-Michael Kühne ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Er gehörte zu den reichsten Menschen aus Deutschland und in der Schweiz. Der gebürtige Hamburger äußerte sich immer wieder zum politischen Geschehen und steuerte teils hohe Summen an Parteispenden bei.
Seit 1975 lebte Kühne im Schweizer Kanton Schwyz, behielt dabei aber seinen deutschen Pass und wählte bei Bundestagswahlen mit. Über seine politischen Beobachtungen äußerte sich der Großunternehmer offen.
- Mehr als 40 Milliarden Dollar: So baute Klaus-Michael Kühne sein gewaltiges Vermögen auf
So bewertete Kühne die von der schwedischen Klima-Aktivistin Greta Thunberg ausgelösten Schulstreiks „Fridays for Future“ als positiv. In einem Interview mit der Zeitung „Welt“ im Jahr 2019 erklärte der Logistik-Milliardär: „Wir müssen neue Wege gehen, um Energie einzusparen und das Klima wieder in den Griff zu bekommen“. Auch wenn das Umsatteln teurer oder umständlicher sei: „Wir müssen alles ernsthaft ins Auge fassen, denn die Zeit drängt“, sagte der damals 82-Jährige.
Kühne sah Robert Habeck als Kanzler
In diesem Kontext sprach sich Kühne damals stark für die Ideen der Grünen aus. Angesichts der letzten Große Koalition, zu dieser Zeit noch unter CDU-Kanzlerin Angela Merkel, schlug der Transportunternehmer frischen Wind durch den damaligen grünen Spitzenkandidaten als „Hoffnungsträger“ vor: „Ich kann mir Herrn Habeck als Bundeskanzler einer grün-schwarzen Koalition vorstellen.“
Viereinhalb Jahre später, zur Zeit der Ampelregierung, ebenfalls im Interview mit der „Welt“, klang das dann anders: „Ich halte die Grünen auch heute für wichtig in einer Regierungskoalition, aber als Kanzler kann ich mir Herrn Habeck nicht mehr vorstellen.“ Dafür sei er als Persönlichkeit nicht klar, stabil und stringent genug in seinen Auffassungen. Für die Bundestagswahl 2025 könne er sich „das Experiment einer schwarz-grünen Koalition vorstellen, wenn eine gute Arbeitsteilung gelingt und grüne Politik mit wirtschaftsfreundlicher Politik der CDU kombiniert“ werde, sagte der Multimilliardär damals.
Letzterer ließ Kühne über Jahre hohe Parteispenden zukommen. Zuletzt floss im Februar 2025 einen Betrag in Höhe von 70.000 Euro an die Union. Insgesamt gingen in den vergangenen 20 Jahren mindestens 550.000 Euro von einem der reichsten Deutschen an Parteien. Dabei profitierte jedoch nicht nur die CDU, sondern mitunter auch an die FDP. Zumindest höhere Spenden an die von ihm so gelobten Grünen scheinen nicht stattgefunden zu haben. Diese wären, sofern höher als 10.000 Euro pro Kalenderjahr, in den Veröffentlichungen des Deutschen Bundestags zu finden.















