Verwechslungsgefahr
Diese Symptome können auch auf Schlaganfall hinweisen
Ann-Kathrin Landzettel
Aktualisiert am 12.09.2026 – 07:21 UhrLesedauer: 3 Min.

Kopfschmerzen und Sehstörungen: Die Symptome einer Aura bei Migräne und eines Schlaganfalls können ähnlich sein. Wie erkennt man den Unterschied?
Im Gegensatz zu einer Migräneattacke kann ein Schlaganfall schwere Folgen für die Betroffenen haben. Aus diesem Grund ist es wichtig, genau auf die Symptome zu achten, die während einer Attacke auftreten. Wie sich eine Migräne mit Aura von einem Schlaganfall unterscheiden lässt.
Was ist Migräne mit Aura?
Migräne ist neben Spannungskopfschmerzen die zweithäufigste Kopfschmerzart. Von Migräne sind in Deutschland etwa 15 bis 20 Prozent aller Frauen sowie 5 bis 8 Prozent aller Männer betroffen. Als Ursache spielt die genetische Veranlagung eine wichtige Rolle. Für Migräneattacken werden sowohl entzündliche als auch durchblutungsbedingte Krankheitsmechanismen verantwortlich gemacht. Migräne ist eine lebenslange Erkrankung.
Etwa 15 bis 25 Prozent der Betroffenen haben eine Migräne mit Aura – Frauen häufiger als Männer. Die Migräneaura ist durch neurologische Reiz- und Ausfallerscheinungen gekennzeichnet. Die Ausfälle betreffen meist zuerst den Bereich im Gehirn, der für das Sehen wichtig ist, und können sich über die ganze Hirnoberfläche ziehen. Die Folge ist eine kurzzeitige Störung der Aktivität der Nervenzellen. Die Aura tritt meist vor Eintritt der Kopfschmerzattacke auf.
- Lichtblitze und Sehstörungen: So belastend ist eine Migräne mit Aura
Aura und Schlaganfall: Symptome ähneln sich
Sehstörungen wie Lichtblitze, gezackte Linien bis hin zu Gesichtsfeldausfällen, Sprachstörungen wie Wortfindungsstörungen sowie Kribbeln und Taubheitsgefühle in den Armen sind häufige Symptome einer Aura. Doppelbilder, Hörstörungen, Tinnitus und lallende Sprache können im Rahmen einer Migräneaura ebenfalls auftreten, sind aber eher selten. Die visuelle Aura ist mit 98 Prozent die häufigste Auraform. 36 Prozent der Aura-Betroffenen haben Sensibilitätsstörungen, 10 Prozent Sprachstörungen. Die Symptome bilden sich in der Regel meist innerhalb von einer Stunde vollständig zurück.
„Diese Erregungswelle im Gehirn, Cortial Spreading Depression (CSD) genannt, wird außer bei der Migräne auch nach Hirnschädigungen wie akuten Schlaganfällen oder Schädel-Hirn-Traumata beobachtet“, sagt der Kopf- und Gesichtsschmerzexperte Dr. Charly Gaul. „Da sich die Aurasymptome und die Schlaganfallsymptome stark ähneln, sind Migräne-Betroffene oft verunsichert und haben Angst, einen Schlaganfall zu erleiden. Sehr selten kann es während eines schweren, lang andauernden Migräneanfalls zu einem Schlaganfall kommen. Mediziner sprechen dann von einem migränösem Infarkt.“

Zur Person
Priv.-Doz. Dr. med. Charly Gaul ist 1. Vizepräsident der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e. V. (DMKG). Der zertifizierte Kopf- und Gesichtsschmerzexperte sowie Facharzt für Neurologie und Spezielle Schmerztherapie ist am Kopfschmerzzentrum Frankfurt am Main tätig.














