Auftritte des CDU-Chefs
Merz-Vertrauter Koch: Kanzler ist „offen und hilfsbereit“
Aktualisiert am 09.09.2026 – 23:54 UhrLesedauer: 2 Min.
Roland Koch stellt sich hinter Friedrich Merz. Er sieht den Kanzler in der Öffentlichkeit falsch dargestellt.
Der ehemalige hessische Ministerpräsident und Merz-Vertraute Roland Koch hat den Bundeskanzler gegen Kritik an seinem persönlichen Auftreten verteidigt. „Natürlich hat die Popularität von Friedrich Merz Einfluss auf Wahlen“, sagte er dem Nachrichtenmagazin „Focus“. „Aber man macht es sich zu leicht, alles auf einen Spitzenfunktionär zu schieben.“
Es gehe darum, die tieferliegenden Fragen zu erörtern. „Ich behaupte, man würde Friedrich Merz für sein Auftreten loben, wenn es in der Politik gut laufen würde“, so Koch weiter. Merz war in den vergangenen Wochen vorgehalten worden, unnahbar zu sein und arrogant aufzutreten.
Auf die Frage, ob Friedrich Merz zu Unrecht kritisiert werde, antwortete der CDU-Politiker: „Wie es zu einem solch weitverbreiteten Missverständnis über die Persönlichkeit von Friedrich Merz kommen konnte, ist mir ein Rätsel. Er ist alles andere als unempathisch, er ist ein offener, hilfsbereiter Familienmensch.“ In der Öffentlichkeit herrsche ein Zerrbild des Bundeskanzlers.
Roland Koch wurde als Ministerpräsident des Bundeslandes Hessen bekannt. Er hatte dieses Amt von 1999 bis 2010 inne und prägte die hessische Landespolitik über ein Jahrzehnt hinweg. Koch galt als einer der einflussreichsten konservativen Politiker seiner Zeit und ist auch heute noch eine prominente Stimme in der CDU. Er gilt als eng verbunden mit Friedrich Merz.
Koch: Warnung an SPD
Koch warnt seine Partei vor einer Minderheitsregierung in Sachsen-Anhalt. „Das ist eine Honigspur zur AfD“, sagte er dem „Focus“. Eine Minderheitsregierung sei „keine interessante Perspektive“ für die Partei.
Koch warnte insbesondere vor der Unregierbarkeit eines Bundeslandes, wenn dieses von einer Minderheitsregierung geführt werde. „Viele schauen bei einer Minderheitsregierung in Sachsen-Anhalt immer auf den Ministerpräsidenten, ob der gewählt wird oder nicht“, erklärte der ehemalige Landeschef. „Die Frage ist aber doch: Wo gibt es dann eine Mehrheit für einen Haushalt und welche Kompromisse muss ich dafür machen?“
Gleichzeitig warnte Koch die Sozialdemokraten davor, die bereits beschlossene Reformen im Bund nun infrage zu stellen. „Wenn die Sozialdemokraten sich jetzt von der AfD durch die Manege jagen lassen, dann werden sie davon nichts haben“, so Koch. „Wenn die Sozialdemokraten jetzt die Konsequenz ziehen würden, dass sie die Reformen lieber sein lassen, stellen sie die Union vor eine Identitätsfrage.“














