Verdacht der Bestechlichkeit
Hausdurchsuchung bei Berliner SPD-Spitzenkandidaten Krach
Aktualisiert am 09.09.2026 – 20:40 UhrLesedauer: 2 Min.
Gegen den SPD-Spitzenkandidaten für die Berlin-Wahl wird ermittelt. Nun gab es Hausdurchsuchen, auch in seiner privaten Wohnung.
Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen den Berliner SPD-Spitzenkandidaten Steffen Krach. Eine Sprecherin der Behörde bestätigte damit einen Bericht der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. In diesem Zusammenhang seien am Mittwoch drei Objekte in Hannover und Berlin durchsucht worden.
Dabei gehe es um den Vorwurf der Bestechlichkeit. Hausdurchsuchungen gab es offenbar in Krachs privater Berliner Wohnung, in der Berliner SPD-Landeszentrale im Stadtteil Wedding sowie in Krachs früherem Amtssitz in Hannover, berichtet der „Tagesspiegel“.
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Der Vorwurf stammt demnach aus Krachs Zeit als Präsident der Region Hannover, wo er zwischen Ende 2021 und Anfang 2026 tätig war. Konkret wird ihm laut „Tagesspiegel“ vorgeworfen, eine Spende eines Trägers im Gesundheitswesen angenommen zu haben, um sich für ihn in einem Bieterverfahren einzusetzen.
Vorwürfe auch gegen Träger aus Gesundheitssystem
Dabei ging es offenbar um die Nachfolgenutzung des alten Krankenhauses in Lehrte, das 2030 schließen soll. Krach setzte sich öffentlich für das Modell jenes Trägers ein, der ihn bestochen haben soll. Am Ende bekam aber ein anderer Bieter den Zuschlag.
Der „Tagesspiegel“ berichtet, dass die Ermittler allerdings nicht ausschließen, dass Krach vom verdächtigten Anbieter eine Spende erhalten hat. Es sei aber nicht klar, ob diese an ihn als Person oder die SPD der Region gerichtet gewesen sein soll.
Die Staatsanwaltschaft erklärte im „Tagesspiegel“, dass es ein Ermittlungsverfahren und dazu Durchsuchungen gegeben habe. Bei dem Anbieter waren bereits im Mai 2026 Geschäftsräume durchsucht worden.
Krach weist Vorwürfe zurück
Krach nahm mittlerweile Stellung zu den Ermittlungen. Er gehe davon aus, dass ihm Korruption vorgeworfen werde. Die Ermittlungen hingen mit dem Verkauf eines Standorts des Klinikums der Region Hannover zusammen. Krach war als Regionspräsident Aufsichtsratsvorsitzender dieses Klinikums. „Ich habe vorgeschlagen, dass wir dort ein regionales Gesundheitszentrum etablieren, das haben wir dann auch gemacht.“ Es habe ein Vergabeverfahren gegeben.
„Es scheint jetzt im Raum zu stehen, dass ich mich in irgendeiner Form habe beeinflussen lassen. Diese Unterstellung möchte ich definitiv als haltlos zurückweisen“, betonte Krach. „Ich habe in keinster Weise irgendeine Summe von diesem Bieter, weder privat, noch als SPD-Landesvorsitzender, jemals angenommen.“ Krach sagte weiter: „Es gab eine Spende, die wir innerhalb von 24 Stunden zurücküberwiesen haben, weil ich sofort gesagt habe, dass ich diese Spende definitiv nicht annehmen kann.“ Es habe sich nach seiner Erinnerung um 9.500 Euro gehandelt – die Spende sei vom damals unterlegenen Bieter gekommen.
Den Wahlkampf möchte Krach trotz der laufenden Ermittlungen fortsetzen. „Ich werde in den nächsten elf Tagen weiter Wahlkampf machen hier in Berlin“, sagte der SPD-Spitzenkandidat dem RBB. „Die Staatsanwaltschaft Hannover muss jetzt sagen, welche konkreten Vorwürfe es mir gegenüber gibt.“














