Oktober 16, 2026 10:14 p.m. CEST

Schlammschlacht in Spanien droht

Klub fordert Rücktritt: Ligachef wirft Real Nazi-Methode vor

16.10.2026 – 21:00 UhrLesedauer: 2 Min.

Javier Tebas: Spaniens Liga-Boss hat mit seiner Aussage zu Real Madrid Ärger erregt. (Quelle: Christian Charisius/dpa-bilder)

Der Präsident der spanischen Topliga wählt bei der Kritik an Real Madrids Umgang mit dem Schiedsrichterwesen einen umstrittenen Vergleich – und kassiert einen scharfen Konter.

Spaniens Liga-Boss Javier Tebas hat mit einem Nazi-Vergleich in der Schiedsdichter-Debatte um Real Madrid den Zorn des Rekordmeisters auf sich gezogen. Real kritisierte in einer Stellungnahme Tebas‘ auf Social Media getätigte Aussagen scharf und forderte erneut den Rücktritt des Präsidenten von LaLiga.

„Real Madrid hält es für absolut unerträglich und äußerst schwerwiegend, dass jemand in zwei Spitzenpositionen des spanischen Fußballs die Propagandamethoden des Vereins mit denen des NS-Regimes vergleicht, um den Verein, seine Führung und seinen Fernsehsender zu diskreditieren“, heißt es in der Stellungnahme. „Die Klarstellung, dass er sich nicht auf die NS-Ideologie bezieht, ändert nichts an dem zutiefst beleidigenden, moralisch verwerflichen und institutionell unwürdigen Charakter seiner Äußerungen.“

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Tebas antwortete auf der Plattform X direkt auf das Real-Statement – erneut mit unversöhnlichen Worten. „Mein Fazit: Sie wollen den nationalen Wettbewerb ZERSTÖREN. Was ihnen bisher mit der Superliga nicht gelungen ist, versuchen sie nun mit einer verzerrten Darstellung in ihren Medien und durch ihre Sprachrohre“, schrieb der 64-Jährige: „Wenn ihr in gutem Glauben handelt, widerlegt das Falsche, erklärt das Wahre und nennt ALLE Fakten. Danach könnt ihr weiterhin meinen Rücktritt, meine Disqualifikation oder meinen sozialen ‚Tod‘ fordern.“

Das hat der Ligachef gesagt

Tebas hatte zuvor öffentlich kritisiert, dass der vereinseigene Fernsehsender von Real regelmäßig Zusammenschnitte von Szenen zeigt, die er als gravierende Fehlentscheidungen der Unparteiischen einstuft. Tebas verglich diese Taktik mit den Methoden von Joseph Goebbels, dem Propagandaminister in der Zeit des Nationalsozialismus: „Systematische Wiederholung, Konstruktion eines Feindes und Unterordnung der Fakten an die Erzählung.“

„Das wiederholte Verhalten von Javier Tebas zeugt von einem Mangel an Neutralität, Respekt und Unparteilichkeit, der mit seinen institutionellen Pflichten unvereinbar ist“, ließ Real Madrid verlauten. Daher forderte Real dessen „sofortigen Rücktritt“ als Ligachef und auch als Vizepräsident des spanischen Fußballverbandes.

Real Madrid liegt seit längerem im Streit mit dem spanischen Schiedsrichterwesen. Der Klub um Präsident Florentino Pérez kritisiert vermeintliche Benachteiligungen und nutzt Real Madrid TV, um strittige Entscheidungen öffentlich anzuprangern. Außerdem hat der Verein bei der Europäischen Fußball-Union Uefa im Streit mit dem FC Barcelona um Zahlungen an einen Schiedsrichter-Funktionär eine Beschwerde eingelegt.

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