August 14, 2026 3:11 p.m. CEST

„Es macht den Sport kaputt“

Leichtathletik-Star schimpft über fehlenden Konkurrenten

14.08.2026 – 10:09 UhrLesedauer: 2 Min.

Jakob Ingebrigtsen: Der Norweger lief bei dieser EM bereits zu Gold über 5.000 Meter. (Quelle: IMAGO/Beate Oma Dahle/imago)

Mittelstreckler Josh Kerr wäre ein Medaillen-Kandidat bei der EM gewesen. Doch das Großereignis stand nicht in seinem Saisonplan. Das führt bei einem Rivalen zu Unverständnis.

Jakob Ingebrigtsen hat nach seinem Comeback bei der Leichtathletik-EM in Birmingham klare Worte gefunden – und richtet sie vor allem an einen Rivalen: Josh Kerr. Der Norweger ist „sehr“ enttäuscht, dass der britische Läufer in Birmingham nicht an den Start geht. Athleten, die große Meisterschaften bewusst auslassen, würden den Sport „kaputtmachen“, meint er.

Ingebrigtsen gewann am Montag über 5.000 Meter Gold und ist damit der erste Läufer, der über diese Distanz viermal Europameister wurde. Es war sein erster großer Auftritt nach elf Monaten Pause, in denen der 25-Jährige an der Achillessehne operiert wurde.

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Kaum zurück, steht auch die Rivalität mit Kerr wieder im Fokus. Der Schotte hatte zuletzt Schlagzeilen ausgelöst: Er brach den seit 27 Jahren bestehenden Meilen-Weltrekord (1609,344 m) und holte kurz darauf Commonwealth-Gold über dieselbe Distanz in Glasgow. Die Europameisterschaften waren von Beginn an nicht Teil seiner Saisonplanung. Ingebrigtsen findet, dass Kerr sie dennoch hätte einbauen müssen.

Im Gespräch mit der BBC lobte Ingebrigtsen zwar Kerrs Rekordlauf in London, machte aber deutlich, dass für ihn Titel Vorrang haben. Ingebrigtsen sagte: „Natürlich versuche ich auch Bestzeiten zu laufen, aber ich glaube nicht, dass man sich für das eine oder das andere entscheiden muss.“ Auf die Frage, ob ihn Kerrs Fehlen in Birmingham enttäusche, antwortete er: „Sehr – und ich denke, viele Menschen sollten das sein, denn genau darum geht es bei Meisterschaften.“

Ingebrigtsen: „Haben diese Meisterschaften aus bestimmten Grund“

Für Ingebrigtsen ist die Rolle der Topathleten klar definiert. Er sagte: „Es ist nicht unsere Aufgabe als Athleten, uns quasi auszusuchen, wo wir teilnehmen. Wir haben diese Meisterschaften aus einem bestimmten Grund, und der besteht darin, dass die besten Athleten gegeneinander antreten – das ist der ganze Sinn. Deshalb denke ich auf jeden Fall, dass es den Sport kaputtmacht, wenn wir nicht teilnehmen. Wir haben alle unterschiedliche Pläne, aber ich könnte mich selbst niemals in dieser Position sehen.“

Die Rivalität zwischen beiden gehört seit einigen Jahren zu den spannendsten Geschichten im Mittelstreckenlauf. Bei den Olympischen Spielen in Tokio holte Kerr über 1.500 Meter Bronze, Gold ging an Ingebrigtsen. 2023 in Budapest schlug dann Kerr den Norweger im WM-Finale – ein Ergebnis, das lange als Auftakt für einen großen Showdown bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 galt.

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