Wegen Entführungsgefahr
Kreuzfahrtreederei streicht Karibik-Reiseziel
21.09.2025 – 14:20 UhrLesedauer: 2 Min.
Karibikträume platzen: Wegen zahlreicher Entführungen setzt eine Kreuzfahrtreederei alle Reisen nach Haiti aus. Auch deutsche Behörden warnen Touristen eindringlich.
Haiti gehört seit Jahren zu den gefährlichsten Ländern der westlichen Hemisphäre – nun spitzt sich die Lage weiter zu. Bewaffnete Banden kontrollieren große Teile des Landes, attackieren Polizei und Regierungsgebäude, stürmen Gefängnisse und verschleppen regelmäßig Menschen.
Das US-Außenministerium hat Haiti bereits im Sommer 2025 in die höchste Warnstufe „Do not travel“ eingestuft. Auch das Auswärtige Amt in Berlin warnt deutsche Staatsangehörige dringend vor Reisen und fordert im Land befindliche Deutsche auf, Haiti „im Rahmen vorhandener Flugkapazitäten oder auf jedem anderen sicheren Weg“ sofort zu verlassen.
Angesichts dieser Gefahren hat die Royal Caribbean Group angekündigt, ihr Privatresort in Labadee an der Nordküste Haitis bis mindestens Mai 2026 nicht mehr anzulaufen. „Die Sicherheit unserer Gäste und Crew hat oberste Priorität“, so ein Unternehmenssprecher.
Von der Entscheidung betroffen sind Tausende von Passagieren, die auf paradiesische Strände und Wassersport gehofft hatten. Allein das Kreuzfahrtschiff „Freedom of the Seas“ bietet Platz für mehr als 3.600 Gäste. Stattdessen steuert die Reederei nun alternative Ziele wie Jamaika, die Bahamas und die Dominikanische Republik an.
Für Haiti ist der Stopp ein schwerer Schlag. Labadee war einer der wenigen Orte, die regelmäßig internationale Touristen anzogen. Das Resort brachte dringend benötigte Arbeitsplätze und Einnahmen für die lokale Wirtschaft. Nun bricht dieser Wirtschaftszweig komplett weg – in einem Land, das ohnehin von Armut, politischer Instabilität und Naturkatastrophen gezeichnet ist.
Während Haiti von den Fahrplänen verschwindet, boomt der Rest der Kreuzfahrtbranche. Laut Umfragen umfassen die beliebtesten Kreuzfahrtrouten der Deutschen das Mittelmeer (östlich und westlich), die Karibik und die norwegischen Fjorde, gefolgt von Zielen wie Nordeuropa, den Kanaren und Südostasien.














