Wasser-Zoff in München
„Wer so verwahrlost ist …“: Kachelmann kritisiert Wasserverschwendung
Aktualisiert am 16.07.2026 – 18:05 UhrLesedauer: 2 Min.
Treffen Münchens Wasserverbote gezielt wohlhabende Menschen? Ein Münchner Anwalt erhebt diesen Vorwurf gegen die Grünen. Meteorologe Jörg Kachelmann reagiert deutlich.
Die neuen Wassersparregeln in München werden hitzig diskutiert. Nun hat sich auch Meteorologe Jörg Kachelmann in die Debatte eingeschaltet – mit einer scharfen Botschaft an Besitzer grüner Rasenflächen und frisch gewaschener Autos.
Auslöser war ein Beitrag auf der Plattform X. Der Jurist Stephan Altenburg hatte behauptet, Verbote für private Pools, Gartenbewässerung, Autowäsche und das Reinigen von Terrassen richteten sich gezielt gegen wohlhabende Menschen. Dazu erklärte er mit Anspielung auf Münchens grünen Oberbürgermeister Dominik Krause: „Da sage noch einer, die Grünen seien keine linke Partei.“
Kachelmann: „bewässere nie“
Kachelmann widersprach. Er selbst bewässere seine Wiese nie, lasse sein Auto vom nächsten Regen waschen und habe noch nie eine Terrasse mit einem Hochdruckreiniger gesäubert. Wohlhabende Menschen müssten nicht automatisch „dumme und zynische Arschlöcher“ sein, die während einer Dürre verschwenderisch mit Wasser umgingen, schrieb er.
Dann wurde der Meteorologe noch deutlicher: „Wer so verwahrlost ist, eine grüne Wiese und ein gewaschenes Auto zu brauchen, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“
Mehr Wasserverbrauch durch den Klimawandel
Infolge des Klimawandels kämpfen die Menschen in Deutschland mit längeren Trockenperioden sowie hohen Temperaturen, insbesondere während der Hitzewelle im Juni. Diese lassen den Wasserverbrauch enorm ansteigen, während die Ressourcen gleichzeitig schrumpfen, erklärt der Bundesverband der Deutschen Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) auf Nachfrage der Münchner Lokalredaktion von t-online.
Auch in der Landeshauptstadt ist der Wasserverbrauch stark gestiegen: etwa zum Bewässern von Gärten oder Befüllen von Pools. Das Problem dabei: Dafür wird Trinkwasser verwendet. Um eine drohende Knappheit zu verhindern, hatte Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) bereits vor einigen Wochen an die Bevölkerung appelliert, Trinkwasser zu sparen. Dafür wurden auch öffentliche Springbrunnen abgeschaltet.
Am Dienstag wurde schließlich eine Allgemeinverfügung erlassen. Diese gilt zunächst bis zum 1. August. Unter anderem sind das Waschen von Autos außerhalb von Waschanlagen, die Bewässerung von Rasenflächen und das Befüllen privater Pools eingeschränkt beziehungsweise verboten. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro.
Effizientere Wassernutzung notwendig
Laut BDEW umfasst das durchschnittliche Volumen eines Aufstellpools etwa 6.500 Liter – etwa 52-mal so viel Wasser, wie eine durchschnittliche Person pro Tag benötigt. Werden in der Stadt mehrere Pools regelmäßig mit Trinkwasser befüllt, belastet dies die Wasserversorgung.















