Neue Studie zeigt
Mücken haben einen Lieblingstyp
17.08.2026 – 17:12 UhrLesedauer: 3 Min.

Manche Menschen sammeln im Sommer einen Mückenstich nach dem anderen, während andere kaum etwas abbekommen. Dabei ist offenbar nicht nur der Mensch entscheidend, sondern auch die Mückenart.
Vom „süßen Blut“ sprechen viele, wenn Mücken eine Person scheinbar besonders häufig stechen. Wissenschaftler der Florida International University in den USA liefern nun eine andere Erklärung. Sie fanden heraus, dass verschiedene Mückenarten unterschiedliche Menschen zu bevorzugen scheinen. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die vielen verschiedenen Bakterien auf der menschlichen Haut.
Jede Mückenart hat ihre eigenen Favoriten
Für ihre Studie im Fachjournal „iScience“ untersuchten die Forscher 119 Erwachsene. Sie testeten drei Mückenarten: die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti), die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) und die Südliche Hausmücke (Culex quinquefasciatus). Diese Arten können unter anderem Dengue-Fieber, Zika, Gelbfieber oder das West-Nil-Virus übertragen.
Das auffälligste Ergebnis: Keine der 119 Testpersonen gehörte bei allen drei Mückenarten zu den besonders attraktiven Personen. Stattdessen hatte jede Art andere Favoriten:
- Gelbfiebermücke: Sie bevorzugte Menschen, die keine zusätzlichen Duftstoffe trugen und deren Körpergeruch bestimmte natürliche Duftstoffe nicht enthielt. Diese tagaktiven Insekten zeigten eine leichte Präferenz für Männer gegenüber Frauen. Eine mögliche Erklärung: Männer wiesen unter anderem häufiger Bakterien der Gattung Corynebacterium auf der Haut auf, die zum Körpergeruch beitragen und die Gelbfiebermücke möglicherweise stärker anlocken. Welche dieser Merkmale tatsächlich für die stärkere Anziehung verantwortlich sind, konnten die Forscher bislang nicht klären.
- Asiatische Tigermücke: Bei ihr fanden die Forscher keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Sie bevorzugte Menschen, deren Körpergeruch unter anderem mehr Ketone – bestimmte chemische Verbindungen im Körpergeruch – und bestimmte Duftstoffe enthielt, die auch bei Pflanzen vorkommen. Auch bestimmte Hautbakterien kamen bei besonders attraktiven Teilnehmern häufiger vor.
- Südliche Hausmücke: Auch sie zeigte keine Vorliebe für ein Geschlecht. Ähnlich wie bei der Gelbfiebermücke hing eine hohe Anziehung teilweise damit zusammen, dass bestimmte Geruchsstoffe fehlten. Zudem spielte die Zusammensetzung des Hautmikrobioms eine Rolle. Damit meinen Wissenschaftler die Gemeinschaft aus Bakterien und anderen Mikroorganismen, die natürlicherweise auf der Haut leben.
Studienautorin Kaylee Marrero erklärt in einer Pressemeldung: „Wir hatten zu Beginn der Studie nicht erwartet, dass die Arten unterschiedliche Menschen bevorzugen. Dass jede Art über eine spezifische mikrobielle Signatur verfügt, die sie als Orientierung nutzt, hat mich sehr überrascht.“
Hautbakterien verändern unseren Geruch
Ein Ergebnis ist also: Mücken suchen ihre Wirte nicht allein anhand eines Merkmals. Sie reagieren unter anderem auf ausgeatmetes Kohlendioxid, Körperwärme, Feuchtigkeit, optische Reize und Gerüche. Gerade der menschliche Körpergeruch fällt sehr individuell aus: Er setzt sich aus mehr als 1.000 flüchtigen organischen Verbindungen zusammen, also Stoffen, die leicht in die Luft übergehen und so zum Körpergeruch beitragen. Viele davon haben Forscher bislang noch nicht vollständig untersucht.
Die aktuelle Studie deutet darauf hin, dass einzelne Mückenarten diesen chemischen „Fingerabdruck“ des Menschen unterschiedlich auswerten. Eine wichtige Rolle spielt dabei offenbar auch das Hautmikrobiom.
Diese Mikroorganismen verarbeiten unter anderem Bestandteile von Schweiß und Hautfett. Dabei entstehen flüchtige Stoffe, die unseren individuellen Körpergeruch mitprägen. Genau diese Duftmischung scheint darüber mitzuentscheiden, wie attraktiv ein Mensch für bestimmte Mücken ist.
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Hautmikrobiom bestimmt über menschliche Geruchssignatur
Die Forscher fanden bei den 119 Teilnehmern eine besonders große Vielfalt an Hautbakterien. Von insgesamt 246 nachgewiesenen Bakteriengruppen teilten alle Teilnehmer nur eine einzige Art miteinander.
Studienleiter Matthew DeGennaro erklärt: „Für mich ist jetzt klar, dass unsere Hautmikrobiome unsere menschliche Geruchssignatur bestimmen. Jede Art hat ihren eigenen Weg gefunden, diese Signatur zu entschlüsseln.“
Erkenntnisse könnten zu neuen Mückenschutzmitteln führen
Die Forscher wollen nun genauer klären, welche Stoffe Mücken tatsächlich anlocken und welche sie fernhalten. „Die Bestandteile des menschlichen Geruchs zu isolieren, die Mücken anziehen oder abstoßen, könnte zu neuen Strategien im Kampf gegen durch Mücken übertragene Krankheiten führen“, sagt DeGennaro.















