Entwurzelte Bäume, geschlossene Schulen
Ex-Hurrikan wütet auf Urlaubsinseln
Aktualisiert am 26.09.2025 – 17:01 UhrLesedauer: 3 Min.

Ein heftiger Wirbelsturm traf die bei Urlaubern beliebten Azoren. Die Behörden warnten eindringlich, ein Meteorologe befürchtete im schlimmsten Fall Tote. Jetzt wird das Ausmaß der Schäden deutlich.
Der Tropensturm „Gabrielle“ hat am Freitagmorgen die Azoren erreicht. Die Behörden riefen Alarmstufe Rot aus. Der Diplom-Meteorologe Dominik Jung beschrieb den Ex-Hurrikan als „außergewöhnlich.“ Auch wenn „Gabrielle“ die Azoren nur noch als „Ex-Hurrikan“ treffe, bleibe er lebensgefährlich, erläuterte er für t-online. Am Nachmittag gaben die Behörden teilweise Entwarnung und stuften die Gefahrenstufe herab.
„Gabrielle“ gehöre zu einem der wenigen Stürme der letzten Jahrzehnte, die die Azoren treffen, also europäisches Gebiet. „Das macht ihn zu einem historischen Ereignis“, so der Wetterexperte.
Der Ex-Hurrikan, in dessen Zentrum Windgeschwindigkeiten von rund 200 Kilometern erwartet werden, hatte sich im tropischen Atlantik gebildet. Zwischen 5 und 6 Uhr deutscher Zeit traf er die westlichste Insel der Azoren, Flores. Auf der Insel leben etwa 1.600 Einwohner. Der Präsident des Zivilschutzes appellierte an die Menschen, sich zu schützen.
Meteorologe Dominik Jung zeigte sich auf Anfrage von t-online alarmiert: Gefährlich sei der Wirbelsturm nicht nur wegen der hohen Windgeschwindigkeiten, „sondern auch wegen des zu erwartenden Wellengangs und der Sturmflut, die die Azorenküsten treffen dürfte“. Hinzu komme das Risiko heftiger Regenfälle, die Überschwemmungen und Erdrutsche begünstigten.
Dass „Gabrielle“ die Azoren nur noch als Ex-Hurrikan, also als ein posttropisches Tief, trifft, macht das Wetterphänomen nicht minder gefährlich – im Gegenteil: Laut Jung ist diese Phase „besonders tückisch“. Denn dadurch könne sich der Sturm zusätzliche Energie aus den Temperaturgegensätzen ziehen – „eine Art zweite Energiequelle, die seine Dynamik noch einmal verstärkt.“
Für den Experten bedeutete das: Auf den Azoren herrscht „akute Lebensgefahr“. Er erwartete „leider hohe Schäden, wahrscheinlich auch Verletzte oder gar Todesopfer“.














