Am 1. Januar 2027 startet das Altersvorsorgedepot. Einige der konkurrierenden Anbieter bieten einen Frühstart an, doch dabei gilt es einen Fehler zu vermeiden.
In weniger als drei Monaten fällt der Startschuss für das Altersvorsorgedepot in Deutschland. Dann ist endlich Schluss mit dem Rohrkrepierer Riester-Rente und seinem ebenso schlechten Pendant Rürup-Rente. Britta Langenberg von Finanzwende fasst es zusammen: „Viel zu viele Menschen werden mit ihren Riester- und Rürup-Verträgen reale Verluste einfahren.“
Auch die Berechnungen großer Vergleichsanbieter haben gezeigt, dass es nahezu keine Gewinner, aber sehr viele Verlierer bei dieser schlecht gemachten Version der privaten und staatlich geförderten Altersvorsorge gab. Beim Altersvorsorgedepot soll das anders werden. Interessierte Anleger können zwischen zwei Varianten wählen.
Wichtigen Fehler vermeiden
Zum einen gibt es die Standardvariante und zum anderen beispielsweise beim Smartbroker die Möglichkeit, sich individuell Sparpläne auf ETFs zusammenzustellen. Kryptowährungen sind für das Altersvorsorgedepot ebenso ausgeschlossen wie Hebelpapiere oder Einzelaktieninvestments.
Bei der Auswahl der ETFs sollten Sie jedoch einen Fehler vermeiden, der auf lange Sicht ausgesprochen renditeschmälernd ausfallen kann. Und dieser Fehler könnte sich jetzt als noch wichtiger herausgestellen, als er ohnehin schon war. Es geht darum, als Altersvorsorgender möglichst auf einen sogenannten Home Bias zu verzichten. Was versteht man darunter?

Zur Person
Daniel Saurenz ist Gründer von Feingold Research und bietet mit seinem Team seinen seit 2010 etablierten Börsenbrief an. Sein Fokus liegt auf Vermögensaufbau und aktivem Trading an der Börse. Den Börsenbrief finden Sie auf feingoldresearch.de und auf www.instagram.com/saurenz_finance.
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Was bedeutet der Home Bias?
Unter Home Bias fassen Investoren jenes Phänomen zusammen, dass Anleger häufig dazu neigen, ihr Geld in einem lokalen Raum anzulegen, den sie vermeintlich als bekannt und besser verständlich einschätzen. Deutsche Anleger neigten lange dazu, eher den Dax zu handeln und in ihn zu investieren und Aktien wie Allianz, Siemens, SAP, Mercedes oder BMW jenen US-Titeln wie Intel, J.P. Morgan oder Caterpillar vorzuziehen.
Die Kursperformance deutscher Indizes im letzten Jahrzehnt und sogar darüber hinaus unterstreicht aber, dass die große Musik der Anlage in den USA spielt und für viele Investoren weltweit die USA erste Wahl sind. Beim Altersvorsorgedepot wäre es somit ein Fehler, sein Geld beispielsweise primär in ETFs aus Deutschland oder Europa anzulegen.
International schlägt national
Ein internationaler Mix, womöglich mit einer stärkeren Fokussierung Richtung USA, könnte und sollte langfristig die beste Variante sein. Denn es kommt ein Aspekt hinzu. Deutschland verspielt gerade ein Argument für Investitionen speziell in Deutschland.
Denn unter den zehn führenden Volkswirtschaften weltweit stach Deutschland bisher in einem Punkt durchaus hervor: dem Punkt der Rechtssicherheit. In den USA ist diese allgemeine Einschätzung zwar ebenfalls sehr stark gegeben, auch aufgrund funktionierender Gerichtsbarkeit, doch politische Tendenzen kratzen dort am Image der Freiheit und des Liberalismus.
Märkte wie China müssen schon seit mehreren Jahrzehnten mit dem Malus leben, dass aufgrund der politischen Verhältnisse auf Aktienbewertungen ein erheblicher Abschlag vorgenommen wird, der politische und rechtliche Unsicherheit reflektiert. Der Sieg der Linken in Berlin wiederum hat bei Finanzmessen und im Gespräch mit Investoren in Frankfurt und München Menschen aus Deutschland, aber vor allem auch aus dem Ausland zum Nachdenken gebracht.












