Jährliche Grippeimpfung
Welche Menschen vom Hochdosis-Impfstoff profitieren
17.09.2026 – 17:29 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein spezieller Impfstoff soll die gesundheitliche Gefährdung älterer Menschen durch Grippe senken. Inwieweit dies funktioniert, zeigt eine neue Studie.
Die Auswertung zweier großer klinischer Studien hat ergeben: Bei älteren Menschen mit einer chronischen Lungenkrankheit kann ein hoch dosierter Grippeimpfstoff das Risiko einer Krankenhauseinweisung wegen Grippe oder Lungenentzündung deutlich senken. Das Forschungsergebnis wurde beim diesjährigen Kongress der European Respiratory Society (ERS) in Barcelona vorgestellt.
Höheres Alter und Lungenprobleme erfordern besseren Schutz
Mit zunehmendem Alter nimmt die Leistungsfähigkeit des Immunsystems ab, sodass der Körper Infektionen weniger wirksam bekämpfen kann. Wenn sich ältere Menschen mit Grippe anstecken, erkranken sie also häufiger schwer und müssen eher wegen Komplikationen ins Krankenhaus als jüngere. Eine bereits bestehende chronische Lungenerkrankung – wie etwa Asthma, eine chronische Bronchitis oder COPD – erhöht das Risiko für bedrohliche Grippeverläufe zusätzlich.
Gerade diese Personengruppe ist also auf einen möglichst guten Schutz durch die jährliche Grippeimpfung angewiesen. Für sie wurden daher spezielle Grippeimpfstoffe entwickelt, die entweder einen Wirkverstärker (Adjuvans) oder eine höhere Menge an wirksamen Bestandteilen (Antigenen gegen das Grippevirus) als der Standardimpfstoff enthalten. Das soll die Immunreaktion verstärken und so schweren Krankheitsverläufen wirksamer vorbeugen.
Hochdosis- und Standardimpfstoff im Vergleich
Um den Nutzen des hoch dosierten Grippeimpfstoffs zu beziffern, fasste ein Forschungsteam die Ergebnisse zweier hochwertiger Studien zusammen, an denen insgesamt 466.320 Menschen ab 65 Jahren teilgenommen hatten.
Für seine neue Studie konzentrierte sich das Team auf die 31.976 teilnehmenden Personen, die eine chronische Lungenkrankheit hatten. Alle waren über zwei beziehungsweise drei Grippesaisons hinweg nach dem Zufallsprinzip entweder mit dem Standardimpfstoff oder mit dem Hochdosis-Impfstoff geimpft worden. Ab zwei Wochen nach der Impfung wurde bis zum Ende der jeweiligen Grippesaison erfasst, wer wegen Grippe oder Lungenentzündung ins Krankenhaus musste.
Höher dosierter Impfstoff schützt besser
Beim Vergleich der beiden Gruppen zeigte sich, dass der hoch dosierte Grippeimpfstoff die Häufigkeit der Krankenhausaufenthalte aufgrund von Grippe oder Lungenentzündung um 8,8 Prozent verringerte. Die Mitglieder der Hochdosis-Gruppe mussten zudem wegen Herz‑Lungen-Erkrankungen und auch insgesamt seltener ins Krankenhaus.
Lisa Steen Duus vom Gentofte Hospital in Kopenhagen (Dänemark) sagte dazu auf dem ERS-Kongress: „Für ältere Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen und ihre Angehörigen bieten diese Ergebnisse die Gewissheit, dass eine hoch dosierte Grippeimpfung besseren Schutz vor schweren Erkrankungen und dadurch notwendigen Krankenhausbehandlungen bietet als ein Impfstoff in der Standarddosierung.“
Was die Impfempfehlungen sagen
In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) bereits seit Längerem, bei allen Personen ab 60 Jahren einen speziellen Grippeimpfstoff zu verwenden: den Hochdosis- oder den sogenannten MF-59-adjuvantierten Impfstoff. Laut der neuen Studie könnte zumindest der Hochdosis-Impfstoff für diejenigen, die eine Lungenkrankheit haben, womöglich von besonderem Nutzen sein.














