„Hatte nicht nach diesem Inhalt gesucht“
„Sauerei“: Heimlich gemachte Aufnahmen entdeckt
Aktualisiert am 18.09.2026 – 14:10 UhrLesedauer: 2 Min.
Offenbar wurden zahlreiche Frauen auf dem Oktoberfest Opfer von Upskirting – dem ungefragten Filmen unter den Rock. Der Wiesn-Chef bezieht Stellung.
In sozialen Medien sind einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) zufolge Zehntausende mutmaßlich illegale intime Videos von teilweise entblößten Oktoberfest-Besucherinnen aufgetaucht. Die Aufnahmen sollen Mitfahrerinnen des „Teufelsrads“ zeigen, einer traditionsreichen Attraktion, bei der die Besucher auf einer rotierenden Plattform das Gleichgewicht behalten müssen. Bildaufnahmen unter den Rock werden als Upskirting bezeichnet.
Laut „SZ“ hat Benjamin Shultz, Doktorand für digitale Innovation an der Hochschule Neu-Ulm, umfangreiche Daten ausgewertet. Auf einem anonymem für Recherchezwecke angelegten Account seien ihm auf einmal entsprechende Videos angezeigt worden. „Ich hatte definitiv nicht nach diesem Inhalt gesucht“, sagte er. In einer größer angelegten Recherche habe er dann 32.000 Teufelsrad-Videos bei Facebook, Tausende weitere bei YouTube und TikTok entdeckt.
Accounts mit Wiesn-Videos haben teils 100.000 Follower und mehr
Teilweise, so Shultz, würden die Accounts mit genau diesen Inhalten für kostenpflichtige Abonnements werben. Teils hätten sie mehr als 100.000 Follower. Die meisten der Accounts hätten ihren offiziellen Sitz in asiatischen Ländern. Wer die tatsächlichen Betreiber der Accounts sind, könne nicht nachvollzogen werden.
Meta teilte auf Anfrage der „SZ“ mit, dass die Videos gegen die Community-Standards sowie gegen die Regeln für Nacktheit und sexuelle Aktivitäten verstießen. Man entferne diese Inhalte, egal ob KI-generiert oder nicht, wann immer man auf sie aufmerksam werde. Tatsächlich, so berichtete es die Zeitung, seien zahlreiche Inhalte aber auch nach der Meldung weiterhin auffindbar.
- Nicht nur ein Wiesn-Problem: Ungefragt intim gefilmt – Wie man sich bei Upskirting wehrt
Wiesn-Chef verurteilt Upskirting-Videos
Wiesn-Chef Christian Scharpf verurteilte das Upskirting im Interview mit dem Portal web.de: „Die Neigung von manchen Zeitgenossen, Frauen mit dem Handy unter die Röcke zu filmen und das dann auf Social Media zu posten, geht gar nicht, das ist eine Sauerei“, sagte der SPD-Politiker. Als Gegenmaßnahme sei bereits im vergangenen Jahr die Ausgabe kostenloser Radlerhosen angeboten worden. Gleichzeitig betonte er, das „Teufelsrad“ gehöre zu den Wiesn-Klassikern und sei ein „charmantes Fahrgeschäft“.
Nach Paragraf 184k Strafgesetzbuch sind unbefugte Aufnahmen von Genitalien, Gesäß, weiblicher Brust oder der diese Körperteile bedeckenden Unterwäsche strafbar, wenn diese Bereiche vor Blicken geschützt sind. Auch das Verwenden und Weitergeben kann strafbar sein. Es drohen eine Geldstrafe oder bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe.















