Oktober 5, 2026 3:17 p.m. CEST

Wann es sich entscheiden könnte

Hape Kerkelings möglicher Weg ins Bundespräsidentenamt


05.10.2026 – 13:55 UhrLesedauer: 3 Min.

Comedian Hape Kerkeling: Repräsentiert er bald Deutschland?

Comedian Hape Kerkeling: Repräsentiert er bald Deutschland? (Quelle: Martin Schutt/dpa/dpa-bilder)

Im Zusammenhang mit dem Amt des Bundespräsidenten fällt immer wieder der Name Hape Kerkeling. Wie würde sein Weg in das höchste Amt Deutschlands aussehen?

In seiner Rolle als Horst Schlämmer wollte er Bundeskanzler werden, als Bürger und Person des öffentlichen Lebens nun womöglich Bundespräsident: Hape Kerkeling zeigt bereits seit Längerem politisches Interesse. So hielt er etwa als Nachfahre eines Opfers der NS-Zeit im April eine viel beachtete Gedenkrede zum 81. Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald. Er sprach über das Schicksal seines Großvaters Hermann Kerkeling als politischer Häftling, aber auch die aktuellen Gefahren des politischen Rechtsrucks.

Seine Rede brachte einen Stein ins Rollen: Die Plattform Weact startete eine Petition, ihn als überparteilichen Bundespräsidenten-Kandidaten zu nominieren. Kerkeling selbst scheint interessiert: „Ich schließe das nicht mehr aus“, sagte er auf Nachfrage von RTL. Doch wie realistisch ist die Wahl des 61-Jährigen in das höchste Amt Deutschlands?

Hape Kerkeling: Er hielt bei der Kranzniederlegung zum 81. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora eine Rede. (Quelle: IMAGO/Agentur Matthias Wehnert / Matthias Gränzdörfer/)
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Der Weg ins Amt des Bundespräsidenten

Dafür müsste die Bundesversammlung ihn für das Amt vorschlagen und wählen. Bei der Bundesversammlung handelt es sich um die größte parlamentarische Versammlung der Bundesrepublik Deutschland. Sie besteht aus den 630 Abgeordneten des Bundestages sowie einer gleichen Anzahl von Mitgliedern, die von den Landtagen der Bundesländer gewählt werden.

Diese 630 Vertreter aus den Ländern richten sich in ihrer Zahl nach der Bevölkerungsgröße des jeweiligen Bundeslandes. Sie müssen nicht zwangsläufig ein Mandat im Landtag innehaben – auch Kommunalpolitiker oder Personen aus anderen Bereichen des öffentlichen Lebens können in die Bundesversammlung gewählt werden. Damit umfasst die Bundesversammlung laut aktueller Zusammensetzung insgesamt 1.260 Mitglieder.

Wer kann zum Bundespräsidenten gewählt werden?

Die Wahl des Bundespräsidenten erfolgt geheim nach Artikel 54 Absatz 4 des Grundgesetzes. Jedes Mitglied der Bundesversammlung kann Vorschläge für Kandidaten einbringen. Wählbar ist jeder deutsche Staatsbürger, der das 40. Lebensjahr vollendet hat. Im ersten und zweiten Wahlgang ist eine absolute Mehrheit erforderlich, also mehr als die Hälfte der Stimmen. Sollte keiner der Kandidaten diese Mehrheit erreichen, folgt ein dritter Wahlgang, in dem eine relative Mehrheit genügt – es gewinnt die Person, die die meisten Stimmen erhält. Für den zweiten und dritten Wahlgang können weiterhin neue Vorschläge eingebracht werden.

Die Wahl des neuen Bundespräsidenten muss spätestens 30 Tage vor Ablauf der Amtszeit des amtierenden Bundespräsidenten stattfinden. Der Präsident des Bundestages legt dafür Ort und Zeit fest. Für die Neuwahl des Bundespräsidenten hat die amtierende Bundestagspräsidentin Julia Klöckner den 30. Januar 2027 bestimmt. Nach der Wahl zählt die Bundestagspräsidentin die Stimmen aus, verkündet das Wahlergebnis und fragt die gewählte Person, ob sie die Wahl annimmt. Die gewählte Bundespräsidentin oder der gewählte Bundespräsident hält anschließend eine kurze Ansprache.

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