Komiker als Bundespräsident?
Umfrageergebnis zu Hape Kerkeling überrascht
Aktualisiert am 09.10.2026 – 16:51 UhrLesedauer: 3 Min.

Belegen die Rufe nach Hape Kerkeling als Bundespräsident die Sehnsucht nach neuen Gesichtern in der Politik? Eine neue Umfrage zeigt ein widersprüchliches Bild.
Vor fünf Monaten wurde im Internet eine Petition mit dem Titel „Hape Kerkeling als Bundespräsident – ein Zeichen für eine starke Demokratie!“ gestartet. Seitdem haben rund 154.000 Menschen ihre Unterschrift abgegeben. Man wolle alle „Spitzenvertreter der demokratischen Parteien“ aufrufen, Hape Kerkeling „als gemeinsamen, überparteilichen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten“ zu nominieren. Der 61-Jährige sei „eine Persönlichkeit, die unser Land würdig repräsentiert und gesellschaftlichen Zusammenhalt stiftet“.
Die Wahl findet am 30. Januar 2027 statt – und da der amtierende Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten darf, brodelt die Gerüchteküche, wer sein Nachfolger wird. Galt Hape Kerkeling anfangs als augenzwinkernde Idee, hält sich sein Name in der Debatte seit Monaten hartnäckig. Mitte Juni urteilte auch t-online-Chefredakteur Florian Harms, Kerkeling sei eine gute Wahl: „Dass nichts dagegenspricht, einen Komiker ins höchste Staatsamt zu wählen, beweist die Ukraine, wo der einstige Fernsehclown Wolodymyr Selenskyj zu einem großen Staatsmann gereift ist.“
Im Video | Hape Kerkeling wendet sich gegen die AfD
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Und Kerkeling selbst? Der Autor, Moderator und Schauspieler widersprach der Idee nicht – im Gegenteil. „Ich muss Ihnen ehrlich sagen, nach all dem, was in der Welt passiert und wer so an der Spitze von Nationen steht – ich schließe nichts mehr aus“, sagte er „Stern TV“ auf Nachfrage.
Die Konkurrenz? Prien, Aigner, Klöckner und Co.
Hape Kerkelings Konkurrenz ist dagegen erwartbarer: Sie kommt aus der Politik. Im Gespräch sind die amtierende Familienministerin Karin Prien und die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Ilse Aigner. Regelmäßig kursiert auch die Idee, Bundestagspräsidentin Julia Klöckner könnte ihren Posten abgeben und stattdessen ins Schloss Bellevue ziehen.
Allerdings werden auch Namen wie der ehemalige Richter am Bundesverfassungsgericht, Udo Di Fabio, genannt. Ein klarer Favorit scheint sich aber bis jetzt nicht abzuzeichnen – und so füllt Hape Kerkeling das Vakuum mit öffentlichkeitswirksamen Auftritten wie zuletzt vor dem Thüringer Landtag, als er wortreich für ein AfD-Verbotsverfahren warb.
Mehrheit der Befragten gegen Hape Kerkeling
Doch in der Bevölkerung gibt es offenbar wenig Rückhalt für die Idee, den Mann mit den berühmten Königin-Beatrix- oder Horst-Schlämmer-Sketchen zum Bundespräsidenten zu machen. Wie eine aktuelle, repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von t-online zeigt, lehnt eine Mehrheit Hape Kerkeling als Bundespräsidenten ab.
