Oktober 31, 2026 11:29 p.m. CET

Geschwister-Scholl-Platz München

„Gen Z regelt“-Demo friedlich – 5.000 Menschen protestieren


Aktualisiert am 31.10.2026 – 21:38 UhrLesedauer: 3 Min.

Polizisten bei der „Gen Z regelt“-Demo in München: 4.000 Menschen haben protestiert. (Quelle: Patrik Stäbler)

Bis zu 5.000 überwiegend junge Menschen folgen dem Aufruf von „Gen Z regelt“ und fordern in München mehr Generationengerechtigkeit. Die Proteste verlaufen größtenteils friedlich, nur vereinzelt kommt es laut Polizei zu Zwischenfällen.

„Was geht Gen Z?“, ruft die erste Rednerin an diesem Nachmittag von der Bühne auf dem Geschwister-Scholl-Platz herab. Vor ihr haben sich einige tausend Menschen versammelt – die meisten jung, viele mit Wut im Bauch und einige mit Schildern in der Hand.

„Für unsere Zukunft“, steht auf einem Plakat. Auf einem anderen: „Geht selbst an die Front.“ Und ganz vorne an der Bühne haben einige Jugendliche ein Banner entrollt, auf dem das Motto der heutigen Demonstration vor der Ludwig-Maximilians-Universität steht: „Wir sind jung, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft raubt.“

5.000 Teilnehmer bei „Gen Z regelt“-Demo in München

Bis zu 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Spitze sind laut der Münchner Polizei dem Aufruf des Bündnisses „Gen Z regelt“ gefolgt, um an dem bundesweiten Aktionstag in München zu protestieren. Bei der Kundgebung vor der Uni bleibt zunächst alles friedlich. Nach den Reden setzt sich dann ein Demozug in Bewegung, der über die Leopoldstraße zur Münchner Freiheit und wieder zurück zieht.

Entlang des Weges kommt es vereinzelt zu Straftaten, wie die Polizei später mitteilt – „zum Beispiel durch Pyrotechnik und einzelne Vermummungen“. Einige Personen werden festgenommen, was in einem Fall zu einer Solidarisierungsaktion von bis zu 200 Protestierenden führt. Diese hätten sich trotz mehrfacher Aufforderung geweigert, die Fahrbahn der Ludwigstraße zu verlassen, teilt die Polizei mit. In der Folge habe man 84 Personen wegen einer Ordnungswidrigkeit nach dem Versammlungsrecht angezeigt.

Tausende junge Menschen sind dem Aufruf von „Gen Z regelt“ gefolgt und haben in München für mehr Generationengerechtigkeit protestiert. (Quelle: Patrik Stäbler)

Insgesamt sei die Kundgebung aber „überwiegend friedlich“ verlaufen, heißt es seitens der Polizei. Im Vorfeld der Kundgebung waren die Sorgen groß, dass es im Rahmen der Jugendproteste zu Sachbeschädigungen und Gewaltexzessen kommen könnte – so wie zuvor in Frankreich und Italien. Auch in München haben sich einige Gewerbetreibende auf Ausschreitungen vorbereitet: In der edlen Maximilianstraße verbarrikadierten mehrere Ladenbesitzer ihre Schaufenster mit Spanplatten.

Dabei hatte sich „Gen Z regelt“ von Beginn an von Gewalt distanziert. „Unser Protest ist friedlich, ohne Ausnahme“, hieß es auf der Webseite des Bündnisses. Dort meldeten sich im Vorfeld mehr als 9.000 Menschen für die Versammlung an. Auf dem Geschwister-Scholl-Platz vor der Uni finden sich dann jedoch höchstens die Hälfte davon ein, um für mehr Teilhabe, bessere Bildung, gegen die Wehrpflicht und für ein stärkeres Engagement beim Klimaschutz zu demonstrieren.

„Gen Z regelt“ in München: Junge Menschen wollen Signal senden

„Ich bin hier, weil wir jungen Menschen keine Zukunft mehr haben“, sagt etwa Elma Sacirovic. Die 29-jährige Münchnerin hält ein Plakat in den Händen, das den Bundeskanzler als Clown zeigt. Dazu die Aufschrift: „Der Merz ist ein Scherz!“

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