Jugendprotest in Hamburg
Ausschreitungen nach Demo – zwei Personen verletzt
01.11.2026 – 01:19 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine Demonstration mit rund 6.700 Teilnehmern endet in Hamburg mit brennenden Barrikaden und Wasserwerfer-Einsatz. Dabei werden ein Kind und eine Polizistin verletzt.
Bei einer Demonstration in Hamburg sind am Samstag ein Kind und eine Polizistin durch Pyrotechnik verletzt worden. Wie die Polizei mitteilte, zündeten Unbekannte nach dem offiziellen Ende der Kundgebung eine Silvesterbatterie, die wegen unsachgemäßer Handhabung umfiel und die beiden traf. Die Meldung geht auf Berichte der dpa zurück.
Rettungskräfte behandelten beide Verletzten noch vor Ort. Das Kind erlitt laut Polizei einen Schock, musste aber nicht ins Krankenhaus. Wie schwer die Polizistin verletzt wurde, war zunächst unklar.
Polizei setzt zur Demoüberwachung auch Drohnen ein
Zuvor war die Lage auf dem Steindamm nahe dem Hamburger Hauptbahnhof eskaliert. Schwarz gekleidete und teils vermummte Personen zündeten dort mehrfach Pyrotechnik, rissen Baustellenabsperrungen aus ihren Verankerungen und steckten sie in Brand. Einsatzkräfte wurden mit Pyrotechnik und Baumaterial beworfen. Immer wieder flammten Barrikaden und Mülltonnen auf. Die Polizei setzte Pfefferspray ein, trieb die Menge auseinander und löschte die Feuer mit einem Wasserwerfer. Anschließend beendete sie die Kundgebung offiziell.

Damit war der Einsatz jedoch noch nicht vorbei. Die Polizei war weiterhin damit beschäftigt, brennende Mülltonnen und Barrikaden zu löschen und in Seitenstraßen die Lage durch ihre Präsenz zu beruhigen. Auch eine Drohne war im Einsatz. Ein Polizeisprecher erklärte: „Wir sind immer noch im Viertel unterwegs, weil noch Kleingruppen unterwegs sind und versuchen, Kleinmaterial auf die Straße zu werfen und zu entzünden. Und das unterbinden wir.“
Rund 6.700 Demo-Teilnehmer in Hamburg
Die Demonstration unter dem Motto „Gegen Wehrpflicht – Gen Z regelt!“ hatte um 14 Uhr begonnen. In der Spitze zählte die Polizei rund 6.700 Teilnehmer. Eine Sprecherin des Organisationsteams schätzte die Zahl auf 6.000 bis 7.000. Dem Aufruf seien viele unterschiedliche Gruppen gefolgt, sagte sie. Das sei auch ein Zeichen der Stärke. Während der Kundgebung waren Sprechchöre zu hören, darunter „Hoch die internationale Solidarität“ und „Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft“.

Die „Gen Z regelt“-Initiative hatte bundesweit zu Aktionen aufgerufen. Gefordert wurden mehr Mittel für das Schulsystem, konsequenter Klimaschutz, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten sowie eine Ablehnung der Wehrpflicht.












