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Fußballfans feiern Kriegsverbrecher im Derby
Aktualisiert am 07.09.2026 – 14:28 UhrLesedauer: 2 Min.
Am heutigen Montag wird Ratko Mladić in Belgrad beigesetzt. Vorab gab es bereits ein Gedenken beim Derby zwischen Roter Stern und Partizan.
Eigentlich sind sich Roter Stern und Partizan Belgrad spinnefeind. Bei den Derbys zwischen den beiden serbischen Topklubs gibt es immer wieder Ausschreitungen mit Verletzten. Beim Duell am Sonntagabend aber zeigten sie sich vor dem Anpfiff einig. Im Stadion gab es eine Schweigeminute für Ratko Mladić.
Der bosnisch-serbische Kriegsverbrecher war am 27. August in einem Krankenhaus in Den Haag gestorben. In der niederländischen Stadt verbüßte er eine lebenslange Haftstrafe wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnien-Krieges von 1992 bis 1995. Das UN-Kriegsverbrechertribunal hatte ihn unter anderem dafür verurteilt, dass er als Oberbefehlshaber der bosnisch-serbischen Armee die Massaker von Srebrenica befohlen hatte.
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Die Heimfans von Roter Stern gedachten Mladić mit einer großen Choreografie. Umrahmt von den serbischen Landesfarben war das Gesicht des im Alter von 84 Jahren Verstorbenen zu sehen. Zudem skandierten Fans beider Lager seinen Namen.
Unter dem abgebildeten Gesicht Mladićs stand auf einem Banner: „Richtung Potočari.“ Potočari ist ein Ort nahe Srebrenica, in dem sich zu Zeiten des Krieges eine UN-Basis befand.
Bosnisch-serbische Truppen drangen im Juli 1995 in die UN-Schutzzone Srebrenica ein. Im Ort Potočari, wo sich das Hauptquartier des niederländischen UN-Bataillons befand, trennten sie bosnisch-muslimische Männer und Jungen von Frauen und Kindern. In den folgenden Tagen ermordeten sie in und um Srebrenica etwa 8.000 muslimische Männer und Jungen. Am heutigen Montag wurde der wegen Völkermords verurteilte Kriegsverbrecher Ratko Mladić in Belgrad beigesetzt.
