Anschlussfinanzierung
Für viele Hausbesitzer wird es jetzt deutlich teurer
26.09.2026 – 10:40 UhrLesedauer: 3 Min.
Viele Immobilienkredite aus der Niedrigzinsphase laufen bald aus. Die neue Rate der Anschlussfinanzierung kann deutlich höher liegen, doch ein Vergleich kann viel Geld sparen.
Eigentümer, die 2016 eine Immobilie finanziert haben, stehen in den kommenden Monaten vor einer unangenehmen Rechnung: Die Zinsen für Baukredite liegen heute deutlich höher als damals. Läuft die zehnjährige Zinsbindung aus, kann die Anschlussfinanzierung die monatliche Belastung deutlich erhöhen, wie eine Modellrechnung des Vergleichsportals Verivox zeigt, die t-online vorab vorliegt.
Demnach steigt die Rate bei einem typischen Immobilienkredit um knapp 400 Euro im Monat. Gleichzeitig können Kreditnehmer durch einen Wechsel der Bank aber fast 10.000 Euro an Zinskosten sparen.
Rate steigt von 982 auf 1.365 Euro
In der Beispielrechnung wurde im September 2016 ein Baukredit über 340.000 Euro aufgenommen. Die Finanzierung war so angelegt, dass die Immobilie nach 35 Jahren vollständig abbezahlt ist. Für das Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung fielen damals 1,14 Prozent Zinsen an. Die monatliche Rate lag bei 982 Euro.
Heute sieht die Lage anders aus. Für die Verlängerung des Kredits bei der bisherigen Bank – die sogenannte Prolongation – setzt Verivox in der Rechnung einen Zinssatz von 4,09 Prozent an. Das entspricht nach Angaben des Portals einem aktuellen Angebot aus dem mittleren Preissegment. Bleibt die Gesamtlaufzeit der Finanzierung unverändert, steigt die Monatsrate dadurch auf rund 1.365 Euro. Das sind 383 Euro mehr als zuvor.
„Viele Immobilienbesitzer, deren Zinsbindung in nächster Zeit aufläuft, müssen sich bei ihrer Anschlussfinanzierung auf eine deutlich höhere monatliche Belastung einstellen“, sagt Verivox-Geschäftsführer Oliver Maier. Das Angebot der bisherigen Bank sollten Kreditnehmer deshalb nicht ungeprüft annehmen.
Viele Kredite aus Niedrigzinsphase laufen aus
Die Anschlussfinanzierungen, die jetzt anstehen, dürften erst der Anfang sein. Laut Daten der Immobilienfinanzierungsplattform Europace hatte fast jede zweite Baufinanzierung aus dem Jahr 2016 eine Zinsbindung von zehn Jahren. Entsprechend viele Eigentümer müssen ihre Kredite nun zu deutlich höheren Konditionen verlängern oder umschulden.
In den kommenden Jahren könnte die Zahl der betroffenen Haushalte weiter steigen. Denn bis 2021 nahm das Volumen der abgeschlossenen Baufinanzierungen deutlich zu. 2021 wurden Verivox zufolge 21 Prozent mehr Baukredite abgeschlossen als 2016. Auch viele dieser Darlehen stammen aus einer Zeit sehr niedriger Zinsen.
Bankwechsel kann fast 10.000 Euro sparen
Trotz der gestiegenen Zinsen kann sich ein Vergleich verschiedener Angebote deutlich auszahlen. In der Verivox-Rechnung ergibt sich durch den Wechsel zu einer günstigeren Bank eine Ersparnis von 9.930 Euro bei den Zinskosten.
Ein Grund dafür ist die Entwicklung der Immobilienpreise. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sind Wohnimmobilien in den vergangenen zehn Jahren im Schnitt um 53 Prozent teurer geworden. Verivox berücksichtigt zugleich eine altersbedingte Wertminderung und setzt für die Musterimmobilie einen neuen Wert von 532.000 Euro an.
Dadurch fällt der noch benötigte Kreditbetrag im Verhältnis zum Immobilienwert niedriger aus. Das ist für Banken wichtig: Wer weniger als 60 Prozent des Objektwerts finanzieren muss, erhält häufig bessere Konditionen. In der Beispielrechnung wäre bei einer günstigen Bank ein Anschlusskredit zu 3,67 Prozent möglich – deutlich unter dem Angebot der bisherigen Bank.













