„Das war eine Überlegung“
Merkel erklärt, warum ihr Porträt nicht rot ist
22.09.2026 – 01:03 UhrLesedauer: 3 Min.
Die Ex-Regierungschefin kommt zur Eröffnung einer Kunstausstellung im Bundestag. Sie spricht über ihr eigenes Porträt – ein für sie besonders wichtiges Gemälde.
Die frühere Regierungschefin Angela Merkel (CDU) ist auf ihrem Porträt für die offizielle Galerie im Kanzleramt im blauen Blazer zu sehen – und die Wahl der Farbe war dabei auch kein Zufall. „Das war eine Überlegung, ist ja klar“, sagte die 72-Jährige bei der Eröffnung einer Kunstausstellung im Bundestag. „Von Rot habe ich mal abgesehen. Und das lasse ich der ersten sozialdemokratischen Bundeskanzlerin übrig.“
Blau sei eine Farbe, die Präsenz habe und etwas ausstrahle, erläuterte Merkel. „Man kann von Meeresblau bis Stahlblau sich alles reindenken, also von der Strenge bis zur Lieblichkeit. Und ich hatte viele, viele blaue Töne in petto.“
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Hintergrund sei auch, dass sie auf vielen Bilder etwa von internationalen Konferenzen mit ihren Blazern „in den etwas dunklen Reihen der Herren so ein Farbtupfer“ gewesen sei. Und sie habe sich dann immer gefreut, „wenn mehrere Farbtupfer in so einer G20-Runde auftauchten“, erzählte Merkel.
Adenauer-Porträt begleitet Merkel seit 2002
Das Ende Juni enthüllte Porträt des deutsch-französischen Künstlers Jérémie Queyras wird derzeit öffentlich im Bode-Museum in Berlin gezeigt – wegen großen Interesses wurde die zunächst bis 4. Oktober geplante Ausstellung gerade bis 3. Januar 2027 verlängert. Zudem wird es am 4. Oktober noch einen Zusatztermin geben, an dem Angela Merkel persönlich zu Gast sein und neben ihrem Porträt Postkarten mit dem Gemälde signieren wird, wie das Museum mitteilte. Das Gemälde war Ende Juni enthüllt worden, seitdem hatten sich die Besuchzahlen in dem Museum den Angaben zufolge fast verdoppelt.
Nach dem Ende der Ausstellung soll das Bild dann als Leihgabe an das Kanzleramt gehen – für die Porträt-Galerie der früheren Regierungschefs. Das Gemälde zeigt Merkel mit blauem Blazer vor goldbraunem Hintergrund.
Merkel kam zur Eröffnung einer Kunstausstellung in den Bundestag, die einen Blick auf zwei Werke aus der Kunstsammlung des Parlaments wirft. Darunter ist ein Porträt des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer (CDU) von Oskar Kokoschka, das Merkel seit 2002 in ihren Büros hatte – erst als Fraktionschefin, dann im Kanzleramt und jetzt nach dem Ausscheiden aus dem Amt. Daneben geht es um ein Porträt des Ex-Kanzlers Willy Brandt (SPD) von Andy Warhol.
Merkel sagte zu der Anfrage, „ihren“ Adenauer für die Ausstellung zeitweise „herauszurücken“, sie habe das natürlich gerne getan. Es sei wichtig, dass das Bild einmal wieder auch einem breiteren Kreis zugänglich sei. Etwas „nahezu Adäquates“ als Platzhalter wollte Merkel dafür auch nicht haben, wie Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) deutlich machte.













