Erstmals beim Menschen entdeckt
Shamonda-Virus tötet Patient in Frankreich
22.10.2026 – 13:15 UhrLesedauer: 1 Min.
Das Shamonda-Virus galt jahrzehntelang als Erreger einer reinen Tierkrankheit. Nun ist es erstmals bei einem Menschen aufgetreten – mit tödlichem Ausgang.
In Frankreich ist erstmals ein Mensch an einer Infektion mit dem Shamonda-Virus gestorben. Der Patient litt an einer starken Immunschwäche und lag wegen einer schweren Vorerkrankung in einem Krankenhaus in Lyon. Dort starb er Anfang Oktober, wie das französische Gesundheits- und das Landwirtschaftsministerium gemeinsam mitteilten.
Es ist laut den Ministerien der weltweit erste dokumentierte Fall einer Shamonda-Infektion beim Menschen. Aber nach aktuellem Kenntnisstand über dieses Virus bestehe „für die Allgemeinbevölkerung derzeit kein gesundheitliches Risiko“, hieß es in der Erklärung weiter.
Auch Martin Beer, Vizepräsident des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), sah für Verbraucher zuletzt keine direkten Auswirkungen. Von Erzeugnissen wie Milch gehe ebenfalls keine Gefahr aus.
Seit Jahrzehnten in Tieren bekannt
Das Virus zirkuliert seit Jahrzehnten in Afrika und Asien, war bislang aber ausschließlich bei Tieren aufgetreten. In Deutschland ist das Shamonda-Virus in diesem Sommer erstmals bei Rindern nachgewiesen worden. Inzwischen sind nahezu alle Bundesländer betroffen, erklärt das FLI. Lediglich aus Mecklenburg-Vorpommern und den Stadtstaaten lägen bisher keine Nachweise vor. Übertragen wird das Shamonda-Virus vermutlich durch Gnitzen, auch Bartmücken genannt. Zudem können infizierte Muttertiere die Infektion wahrscheinlich auf die Föten übertragen.
Bei den Tieren verläuft die Erkrankung meist mild. Die meisten Rinder zeigen keine oder nur sehr milde Krankheitssymptome wie Fieber, vorübergehenden Rückgang der Milchleistung oder Durchfall.














