Viele Menschen noch vermisst
Mindestens 620 Tote bei Erdbeben in Afghanistan
Aktualisiert am 01.09.2025 – 14:30 UhrLesedauer: 2 Min.
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Ein Erdbeben erschüttert den Osten Afghanistans. 620 Menschen sind tot, die Zahl der Opfer dürfte noch deutlich steigen.
Bei einem Erdbeben in der ostafghanischen Provinz Kunar sind nach Angaben des Innenministeriums mindestens 620 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 1.500 weitere Menschen seien verletzt worden, sagte Ministeriumssprecher Abdul Mateen Kani der Nachrichtenagentur AFP am Montag. Die Zahl der Opfer könnte weiter ansteigen, denn viele Menschen werden noch vermisst.
Das Beben ereignete sich nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS in der Nacht zum Sonntag gegen Mitternacht nahe der Grenze zu Pakistan, rund 27 Kilometer östlich von Kabul. Es hatte demnach eine Stärke von 6,0 und lag in etwa acht Kilometern Tiefe.
Der Erdstoß war auch in Kabul und in der rund 370 Kilometer entfernten pakistanischen Hauptstadt Islamabad zu spüren, wie AFP-Journalisten berichteten. Ein Reporter des Senders Al Jazeera meldete, Notfallteams seien von Kabul aus in die umliegenden Provinzen entsandt worden. „Kunar ist eine arme, bergige Region“, so der Reporter.
Die Häuser dort seien teils aus Lehm – und daher besonders anfällig für Erdbeben. Dazu habe sich das Erdbeben spät in der Nacht ereignet, viele Menschen seien daher im Schlaf von den Erschütterungen überrascht worden.
Chris Elders, ehemaliger Professor an der School of Earth at Planetary Sciences der Curtin University in Westaustralien, sagte Al Jazeera, bei der Erdbebenregion handele es sich um ein Gebiet mit sehr gebirgiger Landschaft: Entsprechend hoch sei die Gefahr von Erdrutschen. „Hänge werden instabil werden“, so Elders. Die größte Herausforderung sei daher, möglichst schnell Hilfe in die betroffenen Regionen zu entsenden, um von Trümmern begrabene Menschen zu retten.
Die staatliche, von den Taliban kontrollierte Nachrichtenagentur BNA berichtete laut CNN, dass Helfer durch Erdrutsche behindert würden und nur schlecht vorankämen. Das Erdbeben sei von rund einer halben Million Menschen gespürt worden.
Die Region gehört zu den seismisch aktivsten Gebieten weltweit. Dort treffen mehrere Erdplatten aufeinander – darunter die Arabische, Indische und Eurasische Platte. Immer wieder kommt es zu schweren Erdstößen mit vielen Todesopfern.














