Linke wollen die Realität nicht wahrhaben
Auf der anderen Seite der Front flüchten sich manche heute verzweifelt in irrwitzige Verschwörungstheorien: Anschläge vor wichtigen Wahlen, orakeln sie – „cui bono“? Wem nützt das? Unausgesprochen deuten sie an, dass hinter all dem Leid Wladimir Putin stecken könnte, dem jede Destabilisierung Deutschlands und das Erstarken der AfD zupasskommen muss. Putin und die Rechten, das sind Feinde nach ihrem Geschmack, und so schimpfen sie, als habe der Todesfahrer des weißen Minivans ein Hakenkreuz-Tattoo auf der rechten und Hammer und Sichel auf dem linken Oberarm getragen.
Warum tun sie das? Weil sie sich so tief im ideologischen Schützengraben eingebuddelt haben, dass ihnen der Blick auf jedwede Bedrohung verstellt ist, die nicht „von rechts“ kommt. So kuschelig fühlt sich ihre Kufiya an, so häuslich haben sie sich in ihrem hippen und für sie identitätsstiftenden Antifaschismus eingerichtet, dass sie nicht mehr zur Kenntnis nehmen, was allen anderen klar ist: Es sind auch und vor allem radikalisierte Muslime, deren Fanatismus ihnen nach dem Leben trachtet. Dass im Gazastreifen jedem, der offen ein Regenbogen-Symbol trägt, der Tod gewiss ist, wollen sie nicht wahrhaben.
„Performative verbale Kranzniederlegungen“
Gleichzeitig kichern naseweise Teile der Hauptstadtpresse über die erneut verunglückte Kommunikation des Kanzleramtes. Als seien ein paar automatisierte Tweets ein Gradmesser für irgendetwas. Die politischen Verantwortungsträger sagen derweil routiniert eingeübte Stanzen von Empörung, Abscheu und Entschlossenheit auf. Pflichtschuldig ist man entsetzt, verspricht „die ganze Härte des Gesetzes“ und warnt den politischen Gegner davor, das Geschehen zu instrumentalisieren.
Das aber passiert längst, und die Erfahrung zeigt: oft ist das alles, was passiert. „Performative verbale Kranzniederlegungen“ nennt das der CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Volkmann. Es gibt keine gelungenere Beschreibung. Immer dieselben Rituale, immer dieselben Denkschablonen, bis der nächste Anschlag kommt und das ganze Spiel von vorn beginnt. Einstein hat als „Wahnsinn“ definiert, immer wieder das Gleiche zu tun, aber andere Ergebnisse zu erwarten.
In den Hintergrund treten bei all diesem Schattenboxen und Nebelkerzenwerfen die – Stand jetzt – entscheidenden Fragen: Wie kann ein überführter Islamist, gegen den vor kurzer Zeit noch ausreichend Verdacht für einen Haftbefehl bestand, auf freien Fuß gesetzt werden, ohne jede Überwachung? Wer hat das entschieden? Und auf welcher rechtlichen Basis?
Solange potenziellen Terroristen derart lax begegnet wird, besteht Lebensgefahr in Deutschland. Nicht nur für die, die unter der Regenbogenfahne tanzen. Für jeden.














