August 5, 2026 6:24 p.m. CEST

Der wildeste Wagen der 80er

Hier steht das Auto, das es niemals geben durfte


02.08.2026Lesedauer: 3 Min.

Die Antithese zum Spießertum: Mit dem GNX schuf Buick ein Auto, das die Konventionen des eigenen Mutterkonzerns umfuhr.

Niemand erwartete von Buick ein begehrenswertes Auto. Der GNX wurde trotzdem eines – und lebt heute auf Kendrick Lamars Bühnen weiter.

Wohl kaum ein Autofahrer kaufte je einen Buick, um aufzufallen. Die Marke aus Detroit baut Autos für Menschen, deren größte Tugend die Vorhersehbarkeit ist. Sie steht für die gutbürgerliche Vorstadt, den gepflegten Vorgarten und die verlässliche Langeweile des amerikanischen Traums.

Doch dann brach das Unternehmen mit seinen eigenen Konventionen. Es lackierte seine Autos tiefschwarz. Sogar Kühlergrill und Radkappen. Das Ergebnis hieß GNX, ein düsterer, kantiger Monolith auf Rädern. Es gehörte 1987 zu den schnellsten Serienautos der Welt.

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Hinter dem Projekt stand der Versuch, das Image der angeschlagenen Marke zu retten. Dafür nutzte Buick die eigenen Erfolge in der Motorsportserie „NASCAR Grand National“. Bereits 1982 liefen die ersten sportlicheren, aber noch grau-silbernen Sondermodelle vom Band. Ab 1984 kamen die Coupés nur noch in Schwarz auf den Markt. Das kompromissloseste Modell hob sich Buick jedoch bis zum Schluss auf: 1987, im letzten Produktionsjahr, kam der GNX.

Eine Lüge für die Chefetage

Getarnte Rebellion: Hinter der komplett in Schwarz gehüllten Front verbarg sich eine Leistung, die offiziell verschwiegen werden musste.

Die Entstehung des GNX folgte zunächst einer eisernen Regel des Mutterkonzerns General Motors: Kein Modell durfte die hauseigene Ikone überholen – die Chevrolet Corvette. Buick folgte dieser Hierarchie. Und umging sie dennoch. Das Unternehmen übergab 547 fertige Autos an den externen Partner ASC/McLaren. Erst dort überarbeiteten Ingenieure den 3,8-Liter-V6-Motor und das Fahrwerk.

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In den offiziellen Verkaufsunterlagen notierten die Manager eine Leistung von 276 PS. Das war jedoch eher eine Schutzbehauptung gegenüber der Konzernleitung. Auf Prüfständen leistete der Motor tatsächlich deutlich über 300 PS und entwickelte rund 570 Newtonmeter Drehmoment.

Schneller als Ferrari

Sekundenschlacht: 1987 beschleunigte der GNX schneller als die Elite aus Maranello und Zuffenhausen.
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