Nach Supermarkt-Kühltruhen
Experte verrät: Diese Ziele könnten Hacker als Nächstes angreifen
03.11.2026 – 15:25 UhrLesedauer: 3 Min.

Hackerangriffe werden immer unberechenbarer. Selbst Kühltruhen in Supermärkten hat es jetzt getroffen. Welche Geräte noch gefährdet sind.
Hacker dringen in IT-Systeme ein, stehlen Daten oder manipulieren technische Anlagen. Selbst Kühltruhen in Supermärkten werden zum Angriffsziel, wie die jüngsten Fälle in den Bundesländern Niederbayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen sowie in weiteren europäischen Ländern zeigen.
Was sie noch zeigen: Waren früher vor allem Unternehmen und private Rechner betroffen, gibt es mittlerweile kaum noch einen Bereich, der von Cyberattacken, wie die Hackerangriffe auch genannt werden, verschont bleibt.
Da die Welt immer vernetzter wird, stellt sich die Frage: Welche Geräte kann es noch treffen und welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz bei den Angriffen?
KI senkt die Einstiegshürden für unerfahrene Hacker
„KI beschleunigt die Arbeit von Cyberkriminellen erheblich“, sagt Alexander Opel vom IT-Sicherheitsunternehmen Eset auf Nachfrage von t-online. Angreifer könnten mit der Technologie heute deutlich schneller agieren und etwa Webseiten fälschen. Und: „Sprachbarrieren fallen weg, Betrugsversuche wirken professioneller, persönlicher und sind dadurch schwerer zu erkennen.“
Künstliche Intelligenz senkt laut Opel aber auch die Einstiegshürden für weniger erfahrene Täter. „Wo früher technisches Spezialwissen erforderlich war, können heute viele Schritte automatisiert oder unterstützt werden“, sagt er. Zudem könnten Angriffe in deutlich größerem Umfang und mit höherer Geschwindigkeit durchgeführt werden als noch vor wenigen Jahren.
Eine große Herausforderung also nicht nur für die Gesellschaft, sondern auch für jeden Einzelnen. Wer sich jetzt schon vor gefälschten Nachrichten in seinem E-Mail-Postfach nicht mehr retten kann, dürfte wenig erfreut sein. Denn: KI-gestützte „Phishing-Nachrichten, Deepfake-Anrufe vermeintlicher Angehöriger oder gefälschte Videobotschaften von Vorgesetzten, Banken oder Behörden“ dürften laut dem Eset-Sicherheitsexperten künftig die größte Herausforderung für Verbraucher werden.

Kritische Infrastrukturen sind besonders gefährdet
Daneben dürften künftig auch kritische Infrastrukturen vermehrt in den Fokus der Cyberkriminellen rücken. „Krankenhäuser, Energieversorger, Verkehrssysteme oder kommunale Einrichtungen bieten eine große Angriffsfläche und sind für das tägliche Leben unverzichtbar“, sagt Opel.
Was ist mit den jetzt angegriffenen Supermärkten, deren Kühlsysteme manipuliert wurden? Auch das sind laut Opel Ziele, die bei Hackern immer beliebter werden. Diese zählten zwar nicht zur kritischen Infrastruktur, hätten aber einen direkten Einfluss auf die Gesellschaft. Erfolgreiche Attacken könnten „weit über finanzielle Schäden hinausgehen und die Versorgung oder öffentliche Sicherheit beeinträchtigen“.
BSI hat vor Angriffen auf Kühlsysteme in Supermärkten gewarnt
Ob das den Betreibern der entsprechenden Anlagen bewusst ist? Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hatte Mitte Oktober bereits vor Angriffen auf „Anlagen, etwa zur Kühlung von Lebensmitteln, Erzeugung von Strom und anderen Anwendungszwecken“ gewarnt.
BSI-Präsidentin Claudia Plattner sagte damals: „Derartige Einfallstore laden regelrecht zu Sabotage ein.“ Deshalb fordere das BSI „die Betreiber solcher Anlagen eindringlich auf, ihre Systeme sicher zu betreiben“. Wie das geht, hat das BSI in der Cybersicherheitsempfehlung BSI-CS 154 zusammengefasst, die auf den Seiten der Behörde heruntergeladen werden kann.













