Milben am Auge
Was ein übermäßiger Befall mit den Parasiten anrichten kann
18.09.2026 – 16:29 UhrLesedauer: 2 Min.
Brennende, juckende und/oder gerötete Augen können darauf hinweisen, dass dort mehr Haarbalgmilben als gewöhnlich vorhanden sind. Lesen Sie, was dann hilft.
Milben der Gattung Demodex, auch Haarbalgmilben genannt, gehören zur natürlichen Hautflora des Menschen: Die winzigen Spinnentierchen leben normalerweise unbemerkt als Parasiten in Haarfollikeln und Talgdrüsen. Wenn sich die Milben in Wimpernwurzeln, Talg- und Liddrüsen zu stark vermehren, können sie jedoch Entzündungen am Auge verursachen.
Das kommt gar nicht so selten vor: So liegt etwa bei einer Entzündung der Augenlidränder (Fachbegriff: Blepharitis) bei 30 Prozent der Betroffenen ein starker Befall mit Haarbalgmilben vor. In der augenärztlichen Praxis bleibt dieses Problem allerdings mitunter unerkannt: Häufig werden die Beschwerden auf trockene Augen, allergische Reizungen oder die Hautkrankheit Rosazea zurückgeführt – mit der Folge, dass sie oft über längere Zeit falsch und somit erfolglos behandelt werden.
Woran ein krankhafter Milbenbefall zu erkennen ist
Eine verstärkte Besiedlung der Wimpernwurzeln und Lidränder mit Haarbalgmilben macht sich typischerweise durch folgende Symptome bemerkbar:
- brennende, juckende und/oder gerötete Augen
- ein Fremdkörpergefühl
- verklebte Lidränder
- zeitweise verschwommenes Sehen
Bei der augenärztlichen Untersuchung genügt meist ein genauer Blick durch die Spaltlampe auf den Wimpernansatz, um den Milbenbefall zu diagnostizieren: Dort bilden sich Schuppen, die die Wimpern wie ein kleiner Kragen umschließen. Besonders gut erkennbar ist dieses Anzeichen am oberen Lidrand, während die betroffene Person nach unten schaut.
Um die Diagnose zu sichern, können Augenärztinnen und -ärzte einzelne Wimpern entnehmen und unter dem Mikroskop auf Milben hin untersuchen.
Wie sich der Milbenbefall bekämpfen lässt
Die gute Nachricht: Augenprobleme aufgrund von Haarbalgmilben sind gut behandelbar. Die wirksamste verfügbare Behandlung besteht darin, Präparate mit Teebaumöl zur täglichen Lidrandpflege anzuwenden: Das verringert die Anzahl der Milben deutlich und dämmt Entzündungen ein – vorausgesetzt, die Anwendung erfolgt konsequent über mindestens vier bis sechs Wochen.
Wichtiger Hinweis
Niemals reines, unverdünntes Teebaumöl verwenden (denn dies kann zu schweren Augenreizungen führen), sondern nur teebaumölhaltige Präparate zur Lidrandpflege aus der Apotheke.
Die teebaumölhaltigen Präparate sind rezeptfrei in der Apotheke als Schaum, Gel oder Einmaltücher erhältlich. Ihre korrekte Anwendung ist recht einfach: ein mit dem Mittel benetztes Wattestäbchen oder ein Einmaltuch nehmen und damit vorsichtig am Lidrand beziehungsweise am Wimpernansatz entlangfahren, um die schuppigen Ablagerungen wegzuwischen. Anschließend kann man den Lidrand mit einem Wattetupfer oder mit sauberen Fingern sanft massieren.















