Zum Jahreswechsel
Deutschlandticket wird teurer
Aktualisiert am 30.09.2026 – 15:41 UhrLesedauer: 2 Min.
Das Deutschlandticket wird zum Jahreswechsel erneut teurer. Wie der Preis festgelegt wurde und was Verkehrsunternehmen dazu sagen.
Das Deutschlandticket kostet ab Januar 66,80 Euro und damit 3,80 Euro mehr als bisher. Das hat der für die Preisgestaltung zuständige Koordinierungsrat in seiner heutigen Sitzung entschieden. Das Jobticket, eine rabattierte Variante des Deutschlandtickets, kostet demnach künftig 63,46 Euro. Das Semesterticket steigt auf 40,08 Euro.
Das Deutschlandticket ist ein bundesweit gültiges Monatsabo für Busse und Bahnen im öffentlichen Nah- und Regionalverkehr. Es ist monatlich kündbar. Aktuell nutzen es dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen zufolge rund 14,5 Millionen Menschen.
Erstmals kein politischer Streit über den Preis
Der künftige Abopreis wurde erstmals nicht politisch ausgehandelt, sondern mithilfe einer bestimmten Formel berechnet. Der Preisindex bildet auf Basis statistischer Daten die Kostenentwicklung etwa von Personal und Energie nach, die die Unternehmen schultern müssen. Je stärker also die Inflation ausfällt, umso teurer wird auch das Deutschlandticket. Außerdem wird berücksichtigt, dass die Ausgleichszahlungen von Bund und Ländern in Höhe von drei Milliarden Euro jedes Jahr fix sind und nicht dynamisch steigen. Abschließend darüber beraten hat dann noch der „Koordinierungsrat Deutschlandticket“, zu dem Bund, Länder, kommunale Spitzenverbände und Verkehrsbranche gehören.
Mit diesem Vorgehen soll verhindert werden, dass jedes Jahr ein politischer Streit über die Finanzierung des Deutschlandtickets ausbricht. Nutzerinnen und Nutzer sollen so sicher sein können, dass das Angebot fortbesteht.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger sagte, trotz der Preiserhöhung sei das Deutschlandticket auch weiter ein sehr attraktives Angebot, das den Menschen in Deutschland hochwertige und klimafreundliche Mobilität im öffentlichen Personenverkehr ermögliche. „Bund und Länder haben bereits gemeinsam die Finanzierung bis 2030 gesichert“, betonte der CDU-Politiker. Es gelte nun, das große Potenzial des Tickets umzusetzen und den Menschen weiter ein attraktives und verlässliches Nahverkehrsangebot zu ermöglichen und den Nutzerkreis weiter auszubauen.
Reaktionen auf die Preiserhöhung
„Der heutige Beschluss des Koordinierungsrats schafft frühzeitig Klarheit“, teilte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen mit. „Fahrgäste, Verkehrsunternehmen und Verbünde können sich ab sofort auf den neuen Preis von 66,80 Euro ab dem 1. Januar 2027 einstellen.“ Es sei verständlich, dass die Preiserhöhung in Zeiten steigender Verbraucherpreise für manche Fahrgäste schmerzhaft sei. „Zugleich treffen die allgemeinen Kostensteigerungen auch die Verkehrsunternehmen hart.“
Die Bundesregierung ist nach Ansicht des nordrhein-westfälischen Verkehrsministers Oliver Krischer mitverantwortlich für den Preisanstieg. „Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag Preisstabilität für das Deutschlandticket versprochen“, sagte der Grünen-Politiker der „Rheinischen Post“. Dass man nun aber den Mechanismus des Kostendindexes für eine Preiserhöhung herangezogen habe, „ist schade für den Erfolg dieses revolutionären Tickets und geht auf Kosten der Fahrgäste“. Umso wichtiger sei es jetzt, das Deutschlandticket auszuweiten. „Je mehr Menschen es nutzen, desto stabiler kann der Preis langfristig bleiben und desto stärker wird das Angebot.“ Steigende Nutzerzahlen könnten den Preis sogar dämpfen, ergänzte der Minister. „Ich sehe noch viel Potenzial, zum Beispiel bei den Auszubildendentickets“, erklärte Krischer.
Ursprünglicher Preis war 49 Euro
Der Fahrschein war 2023 als 49-Euro-Ticket gestartet. Für die Verkehrsverbünde ist es ein dickes Verlustgeschäft. Deshalb finanzieren Bund und Länder das Ticket mit je 1,5 Milliarden Euro pro Jahr.














