Deutschland lässt Waffe entwickeln
Die Luftwaffe soll bald mit Lasern gegen Drohnen kämpfen
04.11.2026 – 13:52 UhrLesedauer: 2 Min.
Laserwaffen könnten künftig eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Drohnen und Marschflugkörpern spielen. Deutschland lässt nun einen ersten luftgestützten Demonstrator entwickeln.
Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr hat MBDA Deutschland mit der Entwicklung eines Demonstrators für eine luftgestützte Laserwaffe beauftragt. Das System soll in einer externen Flugzeugkapsel untergebracht werden und die technologischen Grundlagen für einen möglichen späteren Einsatz bei der Luftwaffe schaffen. Langfristig könnten solche Laserwaffen insbesondere zur Abwehr feindlicher Drohnen und anfliegender Marschflugkörper eingesetzt werden.
Laserwaffe soll Drohnenabwehr verstärken
Ein wesentlicher Vorteil der Laserwaffe gegenüber herkömmlichen Abfangraketen ist, dass sie keine konventionelle Munition benötigt. Stattdessen wird das Ziel durch einen gebündelten Laserstrahl bekämpft. Solange ausreichend Energie und Kühlleistung zur Verfügung stehen, kann das System wiederholt eingesetzt werden. Das könnte insbesondere bei der Abwehr größerer Drohnenangriffe von Bedeutung sein. Da viele Angriffsdrohnen vergleichsweise kostengünstig sind, könnte der Einsatz von Laserwaffen dazu beitragen, teure Abfangraketen einzusparen und die verfügbaren Munitionsbestände zu schonen.
Mit dem Auftrag unternimmt Deutschland einen offiziellen Schritt zur Entwicklung einer luftgestützten Laserwaffe. Die Technologie selbst ist allerdings seit Jahren Gegenstand deutscher Forschungs- und Entwicklungsarbeiten – seit 2019 gilt die Lasertechnologie zudem als strategischer Schwerpunkt der deutschen Forschung und Entwicklung und ist als nationale Schlüsseltechnologie eingestuft. MBDA arbeitet nach eigenen Angaben bereits seit 2008 an den dafür notwendigen Technologien.
Von der Marine in die Luft
Auf Erfahrungen aus der Entwicklung maritimer Laserwaffen kann MBDA bereits zurückgreifen. Gemeinsam mit Rheinmetall erprobte das Unternehmen einen Laserwaffendemonstrator an Bord der Fregatte „Sachsen“. Das 2022 installierte System absolvierte bis September 2023 mehr als 100 Testschüsse. Dabei gelang unter anderem die erfolgreiche Bekämpfung einer Drohne.
Der neue Demonstrator soll zunächst zeigen, ob sich die erforderlichen Komponenten in einer kompakten Flugzeugkapsel integrieren lassen. Dazu gehören neben dem eigentlichen Laser auch die Energieversorgung, Kühlsysteme sowie die Zielverfolgung und Strahlsteuerung.
Hohe Anforderungen an Technik und Konstruktion
Die Übertragung der Technologie auf Flugzeuge stellt dabei besondere Anforderungen. Neben dem hohen Energiebedarf und der Abführung entstehender Wärme müssen vor allem Gewicht, Platzbedarf und aerodynamische Belastungen berücksichtigt werden. Hinzu kommen Vibrationen und Beschleunigungskräfte während des Fluges. Auch atmosphärische Einflüsse wie Feuchtigkeit, Staub und Turbulenzen können die Wirksamkeit des Laserstrahls verringern.
Bis zu einem möglichen Einsatz bei der Bundeswehr ist es daher noch ein weiter Weg. Angaben zum vorgesehenen Trägerflugzeug, zur Laserleistung und zum weiteren Entwicklungszeitplan machte MBDA bislang nicht.















