Nach 35 Jahren
Deutschland verliert Spitzenplatz in wichtigem Absatzland
16.09.2026 – 21:22 UhrLesedauer: 2 Min.
35 Jahre lang war Deutschland der wichtigste Exporteur nach Polen. Das ändert sich nun. China hat den Spitzenplatz übernommen.
China hat Deutschland erstmals als größten Lieferanten von Importgütern für Polen abgelöst. Laut der polnischen Zentralbank stiegen die Importe aus China im Juli 2026 deutlich an, während die aus Deutschland zurückgingen. Besonders Computerhardware, Autos und langlebige Konsumgüter trugen zu diesem Wechsel bei.
Die Importe aus China wuchsen im Juli um 28,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, während die aus Deutschland um 1,8 Prozent zurückgingen. Besonders auffällig war der Rückgang bei deutschen Fahrzeugen um 9,3 Prozent, während die Importe chinesischer Autos um 54,4 Prozent zulegten. Analysten der polnischen Bank PKO sehen in diesem Wechsel auch „einmalige Faktoren“, betonen aber, dass Deutschland auf Jahresbasis weiterhin Polens wichtigster Lieferant bleibt.
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Langfristig zeigt sich jedoch eine klare Verschiebung. Laut der polnischen Statistikbehörde GUS stieg der Anteil chinesischer Importe in den ersten sieben Monaten des Jahres auf 15,9 Prozent, während der deutsche Anteil von 19,4 Prozent im Vorjahr auf 18,6 Prozent sank. Die USA folgen mit einem Anteil von 5,5 Prozent an den polnischen Importen.
Deutschland war seit dem Ende des Kommunismus Polens wichtigster Handelspartner, sowohl bei Importen als auch bei Exporten. Nach 35 Jahren an der Spitze ändert sich das jetzt. China hat jedoch seit den 2010er-Jahren kontinuierlich an Bedeutung gewonnen und sich in den 2020er-Jahren als zweitgrößter Importpartner etabliert. Der Juli 2026 markiert nun einen historischen Wendepunkt.
Im Export bleibt Deutschland weiterhin unangefochten an der Spitze. Polnische Waren im Wert von 69,8 Milliarden Euro gingen in den ersten sieben Monaten des Jahres nach Deutschland, was einem Anteil von 26,3 Prozent entspricht. Dahinter folgen die Tschechische Republik, Frankreich, das Vereinigte Königreich und die Niederlande.














