September 1, 2026 2:23 p.m. CEST

Studie mit Typ-2-Diabetikern

Bekanntes Medikament könnte mehr schützen als gedacht


01.09.2026 – 13:11 UhrLesedauer: 3 Min.

Menschen mit Typ-2-Diabetes nehmen häufig auch Arzneien ein, die mögliche Folgeerkrankungen verhindern sollen. (Quelle: PIKSEL/Thinkstock by Getty-Images-bilder)

Cholesterinsenker schützen Herz und Gefäße. Kommen sie auch dem Gehirn zugute? Bei Diabetikern womöglich, wie eine neue Studie nahelegt.

Typ-2-Diabetes kann langfristig auch dem Gehirn schaden: Erkrankte haben ein erhöhtes Risiko für geistigen Abbau und Demenz. Eine große dänische Studie zeigt nun, was eventuell zur Vorbeugung beitragen könnte: Die frühzeitige Einnahme von Statinen – vorausgesetzt, eine solche Behandlung ist medizinisch angezeigt. Teilnehmer, die im ersten Jahr nach der Diabetesdiagnose mit einem Statin begannen, hatten ein niedrigeres Demenzrisiko als Erkrankte, die in den ersten fünf Jahren kein Statin erhielten.

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Was haben Statine mit dem Gehirn zu tun?

Statine sind Medikamente, die das LDL-Cholesterin im Blut senken. Dieser Anteil des Cholesterins kann Ablagerungen in den Blutgefäßen fördern und so das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle erhöhen. Menschen mit Typ-2-Diabetes haben ohnehin ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Kommen weitere Risikofaktoren hinzu, verordnen Ärzte deshalb häufig Statine. Die Medikamente können dazu beitragen, Herzinfarkte und Schlaganfälle zu verhindern.

Beim möglichen Schutz vor Demenz ist die Lage weniger eindeutig. Beobachtungsstudien bringen Statine zwar wiederholt mit einem geringeren Demenzrisiko in Verbindung. In streng kontrollierten Medikamentenstudien ließ sich bislang aber nicht überzeugend zeigen, dass Statine tatsächlich vor Demenz oder geistigem Abbau schützen.

Gleichwohl ist es plausibel. Eine internationale Expertengruppe der renommierten Medizinzeitschrift „The Lancet“ wertet regelmäßig aus, welche Faktoren das Demenzrisiko beeinflussen können. Hohe LDL-Werte im mittleren Lebensalter gehören dazu, ebenso wie Diabetes.

Daten von mehr als 132.000 Patienten analysiert

Die Forscher nutzten landesweite Gesundheitsregister aus Dänemark. Insgesamt werteten sie Daten von 132.585 Menschen aus, bei denen zwischen 2006 und 2019 Typ-2-Diabetes festgestellt worden war und die zuvor keine Statine genommen hatten. Im Mittel wurden die Teilnehmer 7,1 Jahre lang beobachtet. 3.592 von ihnen, also 2,7 Prozent, erhielten in dieser Zeit eine Demenzdiagnose.

Das Team wollte nun wissen: Macht es für das spätere Demenzrisiko einen Unterschied, ob Patienten früh, später oder zunächst gar nicht mit Statinen beginnen? Dafür teilten die Forscher die Teilnehmer rechnerisch in drei Gruppen ein: Eine begann innerhalb des ersten Jahres nach der Diabetesdiagnose mit Statinen, eine weitere erst nach ein bis fünf Jahren. Die dritte Gruppe erhielt in den ersten fünf Jahren keine Statine.

Anschließend verglichen die Wissenschaftler, wie häufig in den Gruppen eine Demenz auftrat. Dabei versuchten sie mit statistischen Verfahren, Unterschiede zwischen den Teilnehmern möglichst gut herauszurechnen – etwa Faktoren, die sowohl die Statinverordnung als auch das Demenzrisiko beeinflussen könnten. So wollten sie den Bedingungen einer kontrollierten Medikamentenstudie möglichst nahekommen.

Frühe Einnahme von Statinen zeigt Vorteil

Das Ergebnis: Wer früh mit Statinen begann, hatte das niedrigste Demenzrisiko. Im Vergleich zu Teilnehmern, die in den ersten fünf Jahren keine Statine erhielten, lag ihr relatives Risiko über zehn Jahre um 15 Prozent niedriger. Bei einem späteren Beginn nach ein bis fünf Jahren waren es noch zehn Prozent.

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