Umfrage zur Berlin-Wahl
Das wird der Berliner Linken am häufigsten vorgeworfen
30.08.2026 – 08:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine aktuelle Forsa-Umfrage zeigt: Viele Wahlberechtigte schätzen das Engagement der Linken für soziale Gerechtigkeit. Bei der Kritik dominiert ein anderes Thema.
Den Einsatz für soziale Gerechtigkeit sehen die Berliner als größte Stärke der Linken. Bei den negativen Nennungen steht Antisemitismus an der Spitze. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag von t-online.
Gefragt wurde offen und ohne vorgegebene Antwortmöglichkeiten, was den Wahlberechtigten an der Berliner Linken gefällt und nicht gefällt. Mehrfachnennungen waren möglich.
- Enteignungsdebatte: Diese 46-Milliarden-Frage entscheidet die Berlin-Wahl
- Berlin-Wahl: 43 Prozent wollen keinen der Kandidaten
Soziale Gerechtigkeit wird am häufigsten genannt
18 Prozent der Befragten loben den Einsatz der Partei für soziale Gerechtigkeit. Elf Prozent heben ihr Engagement für bezahlbaren Wohnraum hervor. Mit deutlichem Abstand folgen Bürgernähe und Bodenständigkeit, die fünf Prozent als Stärke nennen.
Jeweils vier Prozent gefällt die Politik für „kleine Leute“ oder die ökologische Ausrichtung der Partei. Drei Prozent nennen das Programm oder das Engagement der Linken.
Lob für Verkehrs- und Bildungspolitik
Jeweils zwei Prozent loben die Bildungs-, Schul- und Jugendpolitik, die Glaubwürdigkeit sowie den Einsatz für Vielfalt und Minderheiten. Ebenso viele nennen die Verkehrs- und Radwegepolitik sowie die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs.
- Linke kämpft für Enteignungen: Ein Versprechen, das die eigenen Leute zweifeln lässt
Auch die Wahrnehmung als moderne, junge Partei und der Antifaschismus oder die Rolle als Gegengewicht zur AfD kommen jeweils auf zwei Prozent. Insgesamt fällt 64 Prozent der Wahlberechtigten spontan nichts ein, was ihnen an der Berliner Linken gefällt, oder sie wissen keine Antwort.
Antisemitismus ist häufigster Kritikpunkt
Auf die Frage, was ihnen an der Berliner Linken nicht gefällt, nennen elf Prozent Antisemitismus. Damit liegt dieser Punkt knapp vor einer als zu radikal, extremistisch oder dogmatisch empfundenen Ausrichtung der Partei (10 Prozent).
Jeweils neun Prozent halten die Linke für realitätsfern oder zu idealistisch oder kritisieren ihre wirtschaftspolitischen Positionen und Forderungen nach Umverteilung. Acht Prozent werfen ihr fehlende Konzepte oder mangelnde Glaubwürdigkeit vor. Ebenso viele kritisieren, dass die Partei stets nur dagegen sei.
Kritik an Mieten- und Außenpolitik
Fünf Prozent nennen darüber hinaus Israelfeindlichkeit oder eine vermeintliche Nähe zum Islamismus. Jeweils vier Prozent kritisieren die Wohnungs- und Mietenpolitik, einschließlich der Forderung nach Enteignungen, das Parteiprogramm oder die Zerstrittenheit der Linken.
Jeweils vier Prozent stören sich zudem an der Außen- und Sicherheitspolitik oder am Pazifismus, an der DDR- und SED-Vergangenheit sowie an der Migrationspolitik. Sieben Prozent nennen weitere Kritikpunkte.















