WM-Halbfinale
England gegen Argentinien ist auf mehreren Ebenen ein brisantes Duell
15.07.2026 – 17:34 UhrLesedauer: 5 Min.
Mit dem Duell England gegen Argentinien steht ein besonders brisantes WM-Halbfinale an. Die Teams und Länder haben eine ereignisreiche Historie.
Der Falkland-Krieg 1982 mit fast 1.000 toten Soldaten, weit über die Hälfte davon waren Argentinier. Das politisch hoch aufgeladene Duell der Südamerikaner mit den „Three Lions“ im WM-Viertelfinale 1986. Das Tor der „Hand Gottes“ von Diego Maradona, dessen anschließender Sololauf, gekürt zum Jahrhundert-Tor. 40 Jahre später kocht alles wieder hoch.
Allein das Kabinenlied der Argentinier ist eine Provokation in den Ohren der Engländer. Und ein unmissverständliches Statement, dass die Länderspielpremiere von Superstar Lionel Messi gegen das Fußball-Mutterland England noch mehr als ein WM-Halbfinale sein wird.
„Ich bin Argentinier von der Wiege bis zur Bahre – für die Malvinas, für Diego und für Leos letztes Kapitel“, stimmten die Argentinier auf ihrem angestrebten Weg zur Titelverteidigung schon mehrfach bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko an.
Mit Diego ist die Revanche für Maradonas WM-Sperre 1994 wegen einer positiven Dopingprobe gemeint. Der Titel, den man der „Zehn“ geraubt habe, heißt es im Liedtext. Und Leo, logisch, das ist die Hoffnung auf das Titeldouble nach dem WM-Triumph 2022, angeführt von Superstar Lionel Messi.
Ewiger Streit um die „Malvinen“
Britische Medien reagierten verwundert, dass die Fifa den Song nicht schon sanktionierte. 2014 war der argentinische Verband zu einer Strafe von umgerechnet knapp 23.400 Euro verdonnert worden, nachdem die Mannschaft vor einem Testspiel in La Plata gegen Slowenien ein Banner hochhielten mit der Aufschrift: „Die Malvinen sind argentinisch.“

Die Südamerikaner bezeichnen die Inselgruppe, die sie schon vor der fehlgeschlagenen Besetzung über Generationen für sich beanspruchten, als Malvinen, für die Engländer sind es die Falklandinseln.
„Natürlich ist ein Spiel gegen England etwas Besonderes“
Dass Messi sich auf eine politische Diskussion vor der Partie an diesem Mittwoch (21 Uhr MESZ im Liveticker bei t-online) in Atlanta einlässt, ist nicht zu erwarten. Dass der mittlerweile 39-Jährige in seinen 205 Einsätzen für die Argentinier mit 125 Toren noch nie gegen England gespielt hat, verleiht dem zweiten Halbfinal-Kracher neben dem europäischen Gipfeltreffen zwischen Ex-Weltmeister Frankreich und Europameister Spanien am Tag zuvor noch einen besonderen Reiz.













