Neuer Kampfjet der Zukunft
FCAS-Aus: Premier macht Merz ein Angebot
08.10.2026 – 15:53 UhrLesedauer: 2 Min.
Der deutsch-französische Kampfjet FCAS ist Geschichte. Nun legt der britische Regierungschef Burnham Berlin eine Offerte vor. Doch es gibt Alternativen.
Nach dem Aus für den deutsch-französischen Kampfjet FCAS bietet der britische Premierminister Andy Burnham Deutschland den Einstieg beim britisch-italienisch-japanischen Projekt GCAP an.
Burnham war am Donnerstag in Berlin mit Kanzler Friedrich Merz (CDU) zusammengetroffen. Burnham sagte nach den Beratungen: „Ich habe dem Bundeskanzler in unserem Gespräch unsere Offenheit signalisiert, dass Deutschland dem GCAP-Programm, der nächsten Generation von Kampfflugzeugen, beitritt.“
Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatten im Sommer das Aus für das sogenannte Future Combat Air System (FCAS) verkündet. Hintergrund waren neben Streitereien zwischen den Industriepartnern Dassault und Airbus auch unterschiedliche strategische Anforderungen. Paris braucht einen Jet, der auch auf Flugzeugträgern landen kann. Deutschland setzt auf ein Flugzeug, das auch die Nato-Ostgrenze erreicht, urteilte der Frankreich-Kenner Stefan Seidendorf vom Deutsch-Französischen Institut (DFI) in Ludwigsburg.
Berlin bieten sich mehrere FCAS-Alternativen
Für eine FCAS-Nachfolge bieten sich der Bundesregierung mehrere Alternativen.
- Nordische Variante: Saab-Chef Micael Johansson warb für eine Kooperation mit Schweden. „Wir stehen bereit für einen gemeinsamen Kampfjet mit den Deutschen“, sagte Johansson der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Schweden hat den Kampfjet Gripen im Angebot. Zuletzt erhielt Saab von der Nato den Zuschlag für das Aufklärungsflugzeug GlobalEye, den Nachfolger der Awacs aus US-Produktion. Der Vorteil: Es gäbe nur einen Projektpartner und Deutschland hätte als zentraler Besteller des neuen Kampfjets großen Einfluss.
- Britisches Konsortium: GCAP – Global Combat Air Programme – heißt das britisch-italienisch-japanische Projekt: Globales Luftkampfprojekt. Der Vorteil: Der neue Jet ist bereits in der Entwicklung. Der Nachteil: Das Vorhaben ist weit fortgeschritten und liefert wohl wenig Einflussmöglichkeiten sowie Aufträge für die deutsche Industrie. Von einem „‚Brei‘ – politisch, militärisch und industriell“, spricht das Fachportal „hartpunkt“.
- Alleingang: Deutschland könnte den Kampfjet der Zukunft auch in Eigenregie entwickeln. Der Vorteil: Der neue Flieger könnte an die Bedürfnisse der Luftwaffe angepasst werden. Der Nachteil: Die Entwicklung könnte lange Zeit in Anspruch nehmen und würde viel Geld kosten.
Der Sozialdemokrat Andy Burnham ist der Nachfolger seines Parteifreundes Keir Starmer, der auf Druck aus den eigenen Reihen zurückgetreten war. Starmer hatte eng mit Kanzler Merz eng zusammengearbeitet. Der neue Premier will sein Land enger an die EU heranführen.
So hatte der Labour-Politiker zuletzt betont, dass auch ein Wiedereintritt seines Landes in die EU eine Option sei. In der EU wird allerdings darauf verwiesen, dass es dazu zunächst eine eindeutige Stimmungslage auf der Insel geben müsse. Derzeit befürwortet eine Mehrheit der Briten eine erneute EU-Mitgliedschaft, das Land ist aber gespalten in der Frage.
Burnham verwies darauf, dass Deutschland und Großbritannien die größten Volkswirtschaften in Europa und die größten Investoren im Verteidigungsbereich seien. Als Felder der Zusammenarbeit nannte er etwa die Künstliche Intelligenz und Raumfahrt.
