Abrechnung nach fünf Monaten
Shirin David kritisiert Netflix-Doku „Barbara“ scharf
29.08.2026 – 19:03 UhrLesedauer: 3 Min.
Netflix wollte die private Seite von Shirin David zeigen. Nun übt die in Berlin lebende Musikerin scharfe Kritik am Ergebnis – und schildert einen ungewöhnlichen Versuch.
Eigentlich sollte „Barbara – Becoming Shirin David“ einen besonders persönlichen Blick auf die Rapperin ermöglichen. Rund fünf Monate nach der Veröffentlichung fällt das Urteil der in Berlin lebenden Musikerin jedoch vernichtend aus. In einer Fragerunde auf Instagram erklärt Shirin David, warum sie mit ihrer Netflix-Dokumentation bis heute hadert.
Das Ergebnis sei weder authentisch noch das gewesen, was sie sich von dem Projekt versprochen habe. Die Dokumentation sei „an den Haaren herbeigezogen“, um die Leidensgeschichte einer „angeblich völlig überforderten Frau“ zu zeigen, schreibt die 31-Jährige.
David geht dabei über die Kritik an ihrem eigenen Film hinaus. Sie störe sich grundsätzlich daran, wie erfolgreiche Frauen medial dargestellt würden. Während Männer für ihre Leistungen gefeiert würden, werde bei Frauen immer wieder nach Leid und Überforderung gesucht.
Shirin David kritisiert den Schnitt der Doku
Vom Produktionsteam selbst distanziert sich David ausdrücklich nicht. Sie habe das Team „sehr geliebt“. Ihre Kritik richtet sie vielmehr gegen Entscheidungen, die nach ihrer Darstellung später getroffen wurden. Regisseur und Netflix-Marketing hätten letztlich bestimmt, welche Geschichten erzählt und wie diese zusammengeschnitten würden. Ihre Schnittrechte habe sie abgegeben, weil es sich um eine journalistische Arbeit handeln sollte, schreibt David.
Während der Produktion sei sie zudem immer wieder aufgefordert worden, möglichst viel von sich preiszugeben. Verantwortliche aus dem Marketing hätten sie gebeten, „wirklich alles zu zeigen“, um „Netflix Doku Geschichte“ zu schreiben. Sie habe ihnen vertraut und selbst unbedingt eine Netflix-Dokumentation machen wollen. Rückblickend bezeichnet sie diese Überzeugungsarbeit als „Brainwash“. Im fertigen Film sei aus ihrer Sicht vor allem eines übrig geblieben: „das Leiden“.
Netflix hatte „Barbara – Becoming Shirin David“ vor der Veröffentlichung am 13. März als persönliche Reise durch Davids Karriere beschrieben. Die Dokumentation begleitet sie kurz vor ihrem 30. Geburtstag sowie während der Vorbereitungen auf ihre „Schlau aber Blond“-Arenatour. Dabei sollte auch die Frau hinter der Kunstfigur Shirin David stärker sichtbar werden. Produziert wurde die Doku von Leonine Documentaries, Regie und Drehbuch stammen von Michael Schmitt.
